08.07.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

8.7.2004: MVV Energie AG droht erhöhter Abschreibungsbedarf - Dividende über Beteiligungsverkäufe finanziert

Die MVV Energie AG muss im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich 80 bis 100 Millionen Euro Abschreibungen verkraften. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete, reichen die bisher angekündigten Portfoliobereinigungen im Umfang von 52 Millionen Euro wahrscheinlich nicht aus, vermutlich seien Werte für Beteiligungen an Stadtwerken und andere Posten in der MVV-Bilanz zu hoch angesetzt worden. Nun wolle der Energieversorger mit Sitz in Mannheim, der in den letzten Jahren durch zahlreiche Zukäufe kräftig gewachsen ist, einen konsequenten Sparkurs einschlagen, meldete die FAZ. Mit Hilfe von Kostensenkungen hoffe MVV die Ertragskraft zu steigern, nach der Expansion sollten nun Profitabilität und Finanzkraft gestärkt werden.

Das tut - glaubt man der Zeitung - auch dringend not: Kein einziger Geschäftsbereich der MVV Energie AG habe in den letzten drei Geschäftsjahren seine Kapitalkosten verdient, so das Blatt, die Kapitalrendite sei rückläufig. Die Dividende sei zum Teil nicht mehr aus operativ erzielten Gewinnen gezahlt worden, hieß es weiter; vielmehr habe das Unternehmen Beteiligungen verkauft und so gleichsam sein Tafelsilber verfrühstückt. Ausfallen könnten die Ausschüttungen jedoch nicht, die Mehrheitsaktionärin, die Stadt Mannheim, brauche die Dividende für ihren Haushalt.

So bekräftigte denn auch ein Unternehmenssprecher gegenüber der Nachrichtenagentur DowJones VWD die Absicht des Unternehmens, für das Geschäftsjahr 2003/04 eine Ausschüttung vorzunehmen. Durch den Gewinnvortrag von 140 Millionen Euro aus der Veräußerung der Beteiligung an der Gasversorgung Süddeutschland stehe genügend Liquidität zur Verfügung.

MVV Energie AG: ISIN DE0007255903 / WKN 725590
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