08.08.02

8.8.2002: "Capital"-Analyse: Lebensversicherer müssten ohne legale Bilanzhilfe Rendite unter Garantiezins zahlen

Nur 17 von 65 Lebensversicherungsunternehmen haben im vergangenen Jahr höhere Renditen erzielt, als sie ihren Kunden als Gewinnbeteiligung zugesagt hatten. Das ist das Ergebnis einer vom Wirtschaftmagazin "Capital" in Auftrag gegebenen Analyse. Die Studie des Versicherungsanalysehauses Morgen & Morgen habe außerdem ergeben, dass die meisten Versicherer "auf eine positivere Börsenentwicklung gesetzt haben, die sie nun in Argumentationsnot bringt".

36 der 65 untersuchten Versicherer verschieben der Analyse zufolge Abschreibungen auf Aktienwerte in die Zukunft. Dieses sei aufgrund des neuen Paragraphen 341b des Handelsgesetzbuches rechtens und schöne die Ertragslage. Diese sogenannten "stillen Lasten" von 4,46 bzw. 3,68 Prozent der jeweiligen Kapitalanlagen seien von den Unternehmen "Inter" und "Saarland" auf das neue Jahr übertragen worden, so die Analyse.
"Capital" geht davon aus, dass "einige Lebensversicherer ohne diese legale Bilanzhilfe mit ihrer Rendite unterhalb des Garantiezinses von meist 3,25 Prozent gelegen" hätten. Der Garantiezins sei den Kunden fest zugesagt worden.

Bei den rund 83 Millionen Lebens- und Rentenversicherungen in Deutschland werde es "empfindliche Einbußen" bei der prognostizierten Auszahlung geben, erklärt Gerhard Ruprecht Chef der Allianz Leben. Schätzungen zufolge werde die Gewinnbeteiligung für 2003 um mindestens einen Prozentpunkt auf rund fünf Prozent sinken.
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