08.09.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

8.9.2005: Solarzellenhersteller ErSol Solar Energy AG will seine Chance nutzen: B?rsengang noch im laufenden Jahr - Erweiterung der Wertsch?pfung durch Akquisition eines Waferherstellers

Noch vor Ende 2005 will der Solarzellenhersteller ErSol Solar Energy AG an die B?rse gehen. Das teilt das Unternehmen mit Sitz im th?ringischen Erfurt heute mit. Im Vorfeld solle es eine vorb?rsliche Kapitalerh?hung geben, die man nur Investoren anbieten werde, so ErSol. Wie es weiter hei?t, haben die Erfurter zudem den Produzenten von Silizium-Wafern mit Sitz in Arnstadt, ASi Industries, ?bernommen.

Zur Anzahl der Aktien, die ErSol anl?sslich des B?rsengangs ausgeben will, k?nne er noch nichts bekannt geben, sagt Dr. Claus Beneking, Vorstandssprecher der ErSol, auf der heutigen Pressekonferenz der Gesellschaft zu den B?rsenpl?nen. Auch der Zeitplan für das weitere Vorgehen stehe noch nicht endg?ltig fest. Klar sei, dass sich das Angebot der Aktien der aktuellen Kapitalerh?hung von 10,5 Millionen Euro auf bis zu 14,08 Millionen Euro (ECOreporter.de berichtete) nur an institutionelle Investoren richte. Auch zum Erl?s, den sich das Solarunternehmen aus dem avisierten B?rsengang erhofft, will sich Beneking nicht ?u?ern. Detail zum B?rsengang w?rden erst mit einem sp?ter erscheinenden Emissionsprospekt ver?ffentlicht, erkl?rt er.

"Der Mehrheitsgesellschafter (dabei handelt es sich um den Ventizz Capital Fund II LP; Anmerkung der Redaktion) h?lt rund 80 Prozent der Anteile der ErSol AG. Er ist sehr mit dem Unternehmen verbunden; nur um den Greenshoe zu bedienen wird er geringe Mengen seiner Aktien angeben", antwortet der Vorstandssprecher auf die Frage nach dem Verhalten der Altaktion?re beim B?rsengang. Auch die ?brigen institutionellen Investoren, die den gr??ten Teil der restlichen Aktien hielten, st?nden zum Unternehmen. "Das gilt auch für das Management und die Mitarbeiter, die ebenfalls Aktien der ErSol besitzen", so Beneking.
Die b?rsennotierte Hamburger Beteiligungsgesellschaft equitrust AG h?lt eigenen Angaben zufolge 7,83 Prozent der Anteile der ErSol (ECOreporter.de berichtete). Aktien der equitrust profitierten am Nachmittag von der Meldung und notierten zuletzt mit 2,50 Euro, ein Plus von 13,6 Prozent (Frankfurter B?rse; 13:36 Uhr).

Das Kerngesch?ft der ErSol sei bisher die Produktion von mono- und multikristallinen Silizium-Solarzellen gewesen, berichten die Erfurter weiter. Zudem vertreibe man Solarmodule und weitere Komponenten für Solaranlagen. "Mit ASi integrieren wir nun auch die der Solarzellenproduktion vorgelagerten Prozesse der Ingot- und Waferherstellung. Das hat für uns erhebliche Vorteile. Insbesondere, da die Ingots und Wafer als Vorprodukte ma?geblich für die Qualit?t der daraus produzierten Solarzellen sind", so Vorstandssprecher Beneking. Unter "Ingots" m?sse man sich eine Art "?berdimensionale Zigarre" vorstellen, beschreibt er, sie best?nden aus zertifiziertem Polysilizium. Die Ingots w?rden in Scheiben geschnitten, die sogenannten "Wafer". ASi z?hle im Bereich der Fertigung monokristalliner Ingots und Wafer für die Photovoltaikindustrie zu den qualitativ f?hrenden Unternehmen. J?rgen Pressl, Gesch?ftsf?hrer der neuen Tochtergesellschaft ASi Industries GmbH, werde weiteres Vorstandsmitglied der ErSol AG.
Zum Preis, den die ErSol für die Akquisition der ASi bezahlt hat, will sich der Sprecher nicht im Detail ?u?ern. Es handele sich ?berweigend um einen Barpreis, verr?t er immerhin. Und: Der Preis stehe in einem angemessenen Verh?ltnis zur erwarteten Wertsch?pfung. Die Transaktion gilt den Angaben zufolge r?ckwirkend zum 1. Juli 2005.
Mit der Akquisition erh?ht die ErSol laut der Meldung ihren Anteil an der gesamten Wertsch?pfungskette für die Produktion von Solaranlagen erheblich. Damit unterscheide man sich von seinen direkten Wettbewerbern durch die Integration von zwei technologisch anspruchsvollen und margenstarken Bereichen der photovoltaischen Wertsch?pfungskette, hei?t es.

Durch die ?bernahme der ASi sei eine "neue Konzernstruktur" entstanden, so ErSol weiter. Der ErSol-Konzern befasse sich jetzt mit der Herstellung und dem Vertrieb von Produkten der Photovoltaik. Kerngesch?ft sei die Produktion und der Vertrieb von mono- und multikristallinen Solarzellen. Insgesamt sei der ErSol-Konzern derzeit in den folgenden Gesch?ftssegmenten t?tig:

Ingots und Wafer
Durch seine neue Tochtergesellschaft ASi GmbH produziere und vertreibe der Konzern Ingots und Wafer in monokristalliner Form, die als Vorprodukte zur Fertigung von Solarzellen verwendet werden.

Zellen
Die ErSol AG entwickele und fertige mono- und multikristalline Silizium-Solarzellen.

Module
Voraussichtlich ab Anfang 2006 werde die ErSol AG einen Teil ihrer Solarzellenproduktion zur Fertigung von Solarmodulen an die im Jahr 2005 neu gegr?ndete Shanghai Electric Solar Energy AG Co. Ltd., Shanghai, V.R. China (SESE Co. Ltd.) liefern, an der die ErSol AG mit 35 Prozent beteiligt sei. "Mit Hilfe der Fertigung in China wollen wir uns von den politischen F?derbedingungen unabh?ngiger stellen", erkl?rt ErSol-Vorstand Beneking. Zudem werde die internationale Ausrichtung der ErSol gest?rkt. Das Auslandsgesch?ft habe derzeit einen Anteil von 50 Prozent am Umsatz des Unternehmens.

Handel mit PV-Komponenten
Seit Ende 2004 habe der ErSol-Konzern seine Aktivit?ten im Bereich Handel mit Solarmodulen, Wechselrichtern und anderen Komponenten ausgeweitet und in die aimex-solar GmbH verlagert. Ein Teil der verkauften Module basiere auf von der ErSol AG selbst gefertigten Solarzellen, ein anderer Teil auf zugekauften Fremdprodukten.

"Wir gehen davon aus, das unsere Margen durch das neue integrierte Gesch?ftsmodell nochmal deutlich steigen", so Vorstand Beneking auf der heutigen Pressekonferenz der Gesellschaft.


Auch auf der Absatzseite gab der Erfurter Photovoltaikhersteller Neuigkeiten bekannt: Anfang September 2005 seien langfristige Kundenvertr?ge zur Lieferung von Solarzellen mit drei f?hrenden unabh?ngigen Modulherstellern abgeschlossen worden, hei?t es, der japanischen MSK Corporation und den deutschen Unternehmen Solon und Solarwatt. Die Vertr?ge mit Laufzeiten von bis zu 10 Jahren st?nden für ein Umsatzvolumen von mehr als einer Milliarde Euro. Paralell hat sich die ErSol AG laut der Meldung ihre Versorgung mit Silizium, dem Rohstoff zur Herstellung von Solarzellen, durch Vertr?ge mit namhaften Silizium-Herstellern ?ber einen gleich langen Zeitraum gesichert. Die Produktionskapazit?ten von ErSol und ASi seien durch diese Vertr?ge für die kommenden Jahre nahezu vollst?ndig ausgelastet, berichtet das Unternehmen.

Im Gesch?ftsjahr 2004 verzeichnete der Solarzellenbauer eigenen Angaben zufolge einen Konzern-Umsatz von rund 50 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis (EBIT) von rund 1,5 Millionen Euro (Pro-forma Basis). F?r das erste Halbjahr 2005 gibt ErSol den konsolidierten Umsatz mit rund 33 Millionen Euro an, das EBIT liege bei rund 3,5 Millionen Euro. Die neue Gruppe besch?ftige derzeit insgesamt 225 Mitarbeiter.

Den Erl?s aus dem geplanten B?rsengang will das Unternehmen laut dem Vorstandssprecher vor allem für die Finanzierung des weiteren Wachstums einsetzen. Noch 2005 solle die Produktionskapazit?t in Erfurt von derzeit 25 auf bis zu 60 Megawatt (MW) Solarzellen wachsen; in den kommenden Jahren solle weiter in den Standort Erfurt investiert werden. Die Kapazit?t der ASi in Arnstadt/Th?ringen betrage derzeit rund 25 MW und soll in Zukunft ebenfalls erheblich erweitert werden.
Die Pl?ne für den weiteren Kapazit?tsausbau sehen laut Beneking den Aufbau einer Produktionsleistung von 110 Megawatt in drei Jahren vor. Die daf?r erfordertliche Rohstoffversorgung habe sich die ErSol gesichert, so der Sprecher.

Das Unternehmen strebt laut der Meldung eine Notierung im Amtlichen Markt der Frankfurter Wertpapierb?rse (Prime Standard) an. Der geplante B?rsengang werde von der Deutschen Bank als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner begleitet.

equitrust AG: ISIN DE0007776007 / WKN 777 600

Bild: ErSol-Solarmodul E6-50BluePower / Quelle: Unternehmen
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