08.09.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

8.9.2005: Stark bei Insell?sungen - die F?rther Sunline AG strebt an die B?rse - ECOreporter.de-Interview mit Wolfgang Wismeth, Unternehmensgr?nder und Vorstand der Sunline AG

Immer mehr deutsche Solarunternehmen zieht es an die B?rse: Im Fr?hjahr 2005 schaffte der Hamburger Solarkonzern Conergy AG ein ?u?erst erfolgreiches IPO (Initial Public Offering). Es folgten die jeweils per Umfirmierung gegr?ndeten Reinecke+Pohl Sun Energy AG und Solarparc AG. Nun will die F?rther Sunline AG den Schritt aufs Parkett wagen. Der Systemanbieter für Solartechnik plant die Notiz seiner Anteilscheine für Oktober 2005 gleich an drei Handelspl?tzen jeweils im Freiverkehr: in M?nchen (Mittelstandssegment M:access), Frankfurt am Main und Berlin-Bremen (ECOreporter.de berichtete). ECOreporter.de sprach mit Wolfgang Wismeth, Unternehmensgr?nder und Vorstand der Sunline AG, ?ber die mit dem B?rsengang verbundene Kapitalerh?hung des Unternehmens und die Pl?ne für die weitere Entwicklung



ECOreporter.de: Herr Wismeth, im Zuge des B?rsengangs wollen Sie bis zu 27,3 Prozent der Sunline AG platzieren. Wie wird die verbleibende Aktion?rsstruktur sein?
Wolfgang Wismeth: Ohne Aus?bung des sogenannten "Greenshoes" von 200.000 Aktien wird die Familie Wismeth 71,4 Prozent halten und institutionelle Investoren 3,3 Prozent. Der Free Float wird bei 25,3 Prozent liegen. Das Grundkaptial wird sich auf 6,225 Millionen Euro belaufen.
Wenn der Greenshoe in Anspruch genommen wird, sieht es so aus: Familie Wismeth 69,1 Prozent, institutionelle Investoren 3,2 Prozent, Free Float 27,7 Prozent, Grundkapital 6,225 Millionen Euro.


ECOreporter.de: Sie wollen ohne Mehrzuteilungsoption rund sieben Millionen Euro aus der Aktienemission erl?sen. Was für Pl?ne haben Sie mit dem frischen Kapital?
Wismeth: Der B?rsengang dient in erster Linie der Aufstockung des Eigenkapitals zur Finanzierung der weiteren nationalen und internationalen Expansion. Aufgrund der knappen Liefersituation von Solarmodulen wird ein Teil der Mittel in die Vorfinanzierung des Solarmodul-Einkaufs flie?en. Die enge Liefersituation zwingt die Systemanbieter dazu beim Einkauf von Solarmodulen finanziell in Vorleistung zu gehen. Bei der derzeit sehr hohen Nachfrage erm?glicht die erh?hte Liquidit?t die Aussch?pfung der Umsatzpotenziale.

Der Fokus der internationalen Expansion liegt auf S?deuropa und Mittelamerika. Die Internationalisierung soll haupts?chlich das Gesch?ft mit netzunabh?ngigen Anlagen (so genannten Inselanlagen) und Consumerprodukten st?rken. So erschlie?t Sunline mit dem Kapitalzufluss neue Absatzwege. Ziel ist es, die Position der Gesellschaft in diesem Gesch?ftsfeld zu st?rken und die Marktf?hrerschaft in Deutschland anzustreben.

?berdies sollen, soweit betriebswirtschaftlich vertretbar und rechtlich m?glich, unattraktive (Bank-)verbindlichkeiten zur?ckgef?hrt werden. Ein weiterer Teil geht in die Weiterentwicklung der Produkte, die auch patentrechtlich gesch?tzt werden.


ECOreporter.de: Wie wird der Emissionspreis für die Aktien ermittelt?
Wismeth: Wir befinden uns noch in der Preisfindung und k?nnen deshalb dazu noch keine Aussage treffen. Nur soviel, es wird einen Festpreis geben und dieser wird sich zwischen f?nf Euro und sechs Euro bewegen; der Preis wird zu Beginn der Zeichnungsfrist auf der begleitenden Pressekonferenz bekanntgegeben.


ECOreporter.de: Wie hoch waren Umsatz und Gewinn Ihres Unternehmens in den letzten beiden Gesch?ftsjahren?
Wismeth: In 2003 belief sich der Umsatz auf 19,03 Millionen Euro. Das EBITDA (Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragsteuern, Abschreibungen und Amortisation von Firmenwerten gem?? Kapitalflussrechnung) lag bei 396.000 Euro, das EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragssteuern gem?? Kapitalflussrechnung) bei 313.000 Euro. Wir haben 2003 einen Jahres?berschuss von 48.000 Euro verbucht.
2004 stieg unser Umsatz um 74 Prozent auf 33,09 Millionen Euro. Das EBITDA hat sich mit 804.000 Euro verdoppelt, das EBIT wuchs mit 709.000 Euro sogar um mehr als 100 Prozent. Das Jahresergebnis lag mit 297.000 Euro um ein Vielfaches ?ber dem von 2003.


ECOreporter.de: Wie lauten Ihre Prognosen für Umsatz und Gewinn in 2005 und den folgenden Jahren?
Wismeth: Detailinformationen hierzu werden wir vorraussichtlich auf der geplanten Pressekonferenz zum Beginn der Zeichnungsfrist bekanntgeben.


ECOreporter.de: Ihr Kerngesch?ft sei die Planung, die Projektierung und der Vertrieb von Photovoltaikanlagen, hei?t es in Ihrer Unternehmensmeldung zum B?rsengang. In welchen L?ndern sind Sie aktiv, wo erwirtschaften Sie den gr??ten Teil Ihrer Umsatzerl?se?
Wismeth: Wir sind derzeit in Deutschland und Mexiko aktiv, wobei der nahezu ausschlie?liche Teil unserer Umsatzerl?se in Deutschland erwirtschaftet wird. Der Gesch?ftsbereich mit netzbetriebenen Photovoltaikanlagen ist derzeit mit cirka 85 Prozent Hauptumsatztr?ger, etwa 5 Prozent des Umsatzes macht das Projektgesch?ft aus und rund 10 Prozent werden im Gesch?ft mit Inselanlagen und im Consumerbereich erwirtschaftet.

Wir haben, wie unsere Wettbewerber, in den letzten Jahren voll auf den Gesch?ftsbereich der netzbetriebenen Photovoltaikanlagen gesetzt, da dies dank der F?rderung ein enormer Wachstumsmarkt ist; an diesem Gesch?ft wollten wir nat?rlich teilhaben. Im Hinblick auf die zuk?nftige Gesch?ftsentwicklung wollen wir verst?rkt das Gesch?ftsfeld, der netzunabh?ngigen Inselanlagen und Consumerprodukte ausbauen. In diesem Bereich besitzen wir 19 Jahre Erfahrung gewachsene Kunden- und Lieferantenbeziehungen, wir geh?ren zu den Marktf?hrern in Deutschland.
Die gewachsenen Beziehungen helfen uns in unserem Wachstum mit Netzanlagen. Die netzunabh?ngige Photovoltaik wird in L?ndern, die in der Photovolatik noch am Anfang stehen, eine wichtige Rolle spielen. Dazu z?hlen entwickelte L?ndern aber auch Schwellen- und Entwicklungsl?nder. An diesem gro?en Marktpotenzial m?chte die Sunline AG teilhaben.


ECOreporter.de: Wo sehen Sie die besonderen St?rken Ihres Unternehmens gegen?ber Mitbewerbern, die ebenfalls mit Solartechnik handeln?
Wismeth: Wie schon gesagt, wir sind stark im Bereich der netzunabh?ngigen Inselanlagen und Consumerprodukte. Zudem sind wir seit langen Jahren am Markt und haben die H?hen und Tiefen des Photovoltaikmarktes, insbesondere das für die gesamte Branche schwierige Krisenjahr 2002, erfolgreich erlebt und ?berstanden. ?berdies haben wir seit 2003 trotz geringer Kapitaldecke ein beachtliches Wachstum gezeigt.


ECOreporter.de: Herr Wismeth, wir danken Ihnen für das Gespr?ch!

Bild: Wolfgang Wismeth / Quelle: Unternehmen
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