09.12.02

9.12.2002: Aktionärsschützer wenden sich gegen "Enteignung" der CargoLifter-Kleinaktionäre

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will das Scheitern des Luftschiffunternehmens CargoLifter (WKN 540261) mit juristischen Mitteln untersuchen, falls es zur praktischen Enteignung der 72.000 Kleinaktionäre kommen sollte. Das berichtet die Financial Times Deutschland (ftd). Malte Disselhorst, Berliner Landesgeschäftsführer der DSW, vertrat gegenüber dem Blatt die Auffassung, CargoLifter habe zum Zeitpunkt des Börsengangs im Mai 2000 kein schlüssiges Finanzierungskonzept vorweisen können. Es müsse nun untersucht werden, wie es trotz eines von Kleinaktionären erbrachten Kapitals von über 300 Millionen Euro zur Pleite kommen konnte. Nach Angaben von Heinz Herrmann, Aufsichtsratschef der CargoLifter AG, stellten die Aktionäre dem Unternehmen im Rahmen des letzten Aufrufes zur Rettung der Aktiengesellschaft nur 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Initiatoren hatten auf mindestens 20 Millionen Euro gehofft.

Der Insolvenzverwalter hat den Rettungsversuch nun für gescheitert erklärt und sucht nach einer "Auffanglösung", die die AG praktisch wertlos machen würde.

Ex-CargoLifter-Vorstand und -Aufsichtsrat Bernd Kröplin, Stuttgart, hat erklärt, er könne über private Investoren und Fondsgesellschaften 220 bis 250 Millionen Euro Kapital für einen Firmenverbund in der Leichter-als-Luft-Technologie mobilisieren. Für den Aufbau des Netzwerkes am CargoLifter-Standort in Brand (Brandenburg) seien darüber hinaus Landes- und Bundesmittel erforderlich.

Reinhard Oehler, Abteilungsleiter im Brandenburgischen Wirtschaftsministeriums, sagte, das Land wolle den Standort für die Leichter-als-Luft-Technologie nutzen, die Struktur sei dabei zunächst zweitrangig. Auch eine Einbindung der ehemaligen AG sei denkbar. Darüber habe jedoch der Insolvenzverwalter zu entscheiden.
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