09.02.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

9.2.2004: Staatsanwälte ermitteln - Ebay gerät als Plattform für illegalen Tierhandel weiter in Verruf

Auf den Seiten des Internet-Auktionshauses Ebay werden nach wie vor geschützte Tierarten in erheblichem Umfang gehandelt, behauptet das Bonner Komitee gegen den Vogelmord. Danach nahm die Anzahl rechtlich zweifelhafter Tier-Versteigerungen bei Ebay im Januar 2004 wieder deutlich zu. Seit Dezember 2003 hätten Komitee-Mitarbeiter etwa 650 dubiose Tier-Auktionen bei Ebay ausfindig gemacht. Unter anderem seien innerhalb weniger Wochen mehrere etliche Exemplare von geschützte Vogelarten, insbesondere Greifvögel und Eulen, Dutzende Bären- und Raubkatzenfelle, Elfenbeinprodukte sowie Schädel von Leoparden, Delfinen und Belugawalen versteigert worden.

Komiteesprecher Axel Hirschfeld hierzu: "Da werden mit vom Aussterben bedrohten Arten riesige Geschäfte gemacht und Ebay tut so, als ginge die Firma das Ganze nichts an." Zwar habe man bei Ebay nach heftigen Protesten von Naturschützern im letzten Jahr damit begonnen, artgeschützte Produkte zu löschen. Aber es gebe noch ein schwebendes Ermittlungsverfahrens wegen Unterstützung von Artenschutz-Straftaten durch die Staatsanwaltschaft Bonn. Im Rahmen dieses Verfahrens hätten die Staatsanwälte nun offiziell die Experten des Bundesamtes für Naturschutzes (Bonn) um Unterstützung gebeten. Das Ermittlungsmaterial sei vor kurzem der Fachabteilung Artenschutz des Bonner Amtes zur Prüfung vorgelegt worden.

Nach Angaben des Komitees hatte im letzten Jahr eine in seinem Auftrag erstellte Studie innerhalb von 30 Tagen mehr als 1.500 dubiose Tierauktionen bei Ebay erfasst und zur Anzeige gebracht. Daraufhin hätten Zoll- und Polizeidienststellen bundesweit Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Angaben der Vogelschützer sind ein Teil der Strafverfahren mittlerweile abgeschlossen. Zuletzt sei Ende Dezember 2003 ein Händler von einem Dresdner Schöffengericht zu 11 Monaten und drei Wochen Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er geschützte Greifvögel und einen Luchs feilgeboten hatte. Einen Abschreckungseffekt habe dieses Urteil offenbar nicht gehabt, denn der illegale Handel gehe munter weiter.

Die Ebay-Aktie ist in mehreren Nachhaltigkeitsfonds enthalten.
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