09.03.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

9.3.2004: Ethik von oben: Studie untersucht die Ethik-Programme von Unternehmen

Ethik-Programme in Unternehmen sind immer häufiger Chefsache. Das ist das Ergebnis einer Studie des "Conference Boards", eines Zusammenschluss von 3000 Unternehmen aus 65 Ländern. Für die Studie, die von Microsoft gesponsert wurde, untersuchte das Conference Board 165 Unternehmen. 97 Prozent der untersuchten Konzerne haben demnach eigene Ethikprogramme. Die Beteiligung der Vorstände an Ethikentscheidungen hänge aber sehr vom Standort der Unternehmen ab, so die Studie. Außerhalb Westeuropas und den USA würden nahezu alle Ethik-Programme von den Vorständen initiiert. In den USA seien es 66 Prozent.

Auch die Gründe für die Beteiligung an Ethik-Programmen sind den Angaben zufolge regional unterschiedlich. In den USA überwiegen nach den Ergebnissen der Studie gesetzliche Bestimmungen. In Indien und Westeuropa stand dagegen die "Verbesserung des Ansehens" an erster Stelle. "Aber in allen Ländern und Regionen erwarten die Öffentlichkeit und die Aktionäre, dass der Vorstand eine wichtige Rolle bei der Überwachung der ethischen Praxis und Politik des Unternehmens spielt", so Ronald E. Berenbeim, einer der Verfasser der Studie, gegenüber einem amerikanischen Internetdienst.

Die Ethikprogramme werden den Angaben zufolge meist von einem Kontrollausschuss überwacht. Nur in Japan hätten 63 Prozent der Firmen eigene Ethikausschüsse eingerichtet.

Fast zwei Drittel der Befragten waren der Ansicht, dass die Vorstandsmitglieder an ethischen Trainingsprogrammen teilnehmen sollten. In Japan war dieser Wert mit 94 Prozent am höchsten, in Westeuropa mit 42 Prozent am niedrigsten. Umgesetzt wird diese Vorstellung aber nur in 40 Prozent der untersuchten Unternehmen.
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