09.04.03

9.4.2003: Nachrichten aus der Provinz: Oberboihingen will ins Solarzeitalter

Wer sagt denn, dass der Motor des Fortschritts in den Metropolen arbeitet? In der Provinz liegt die Kraft. Zum Beispiel in Oberboihingen (Kreis Esslingen). Der Ort solle von 2020 an komplett mit "sauberem" Strom versorgt werden, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Diesem Ziel habe sich die Lokale Agenda verschrieben. Beispiel Solarenergie: Zur Zeit gint es in Oberboihingen 40 Anlagen zur Warmwasserbereitung auf privaten Dächern. Die Zahl, so die Zeitung, solle deutlich gesteigert werden.

Die Lokale Agenda habe an alle Haushalte entprechende Broschüren verteilt sowie einen Fragebogen, der in Erfahrung bringen soll, wie die Bürgerinnen und Bürger der Nutzung regenerativer Energieträger gegenüber stehen. Mit der Initiative solle außerdem politischer Druck auf den Gemeinderat erzeugt werden, so der Arbeitskreis-Sprecher Friedrich Pfleghar. Die Gemeinderäte sollten spüren, dass die Bevölkerung Solar- und Windanlagen, Blockheizkraftwerken und der Wasserkraft einen hohen Stellenwert einräumt, so die Hoffnung. Die Gemeinde müsse eine Vorbildfunktion übernehmen und auch in Zeiten knapper Mittel nach und nach umweltfreundlichen Anlagen in und auf öffentlichen Gebäuden den Vorzug geben.

Die Stuttgarter Zeitung weiter: "Pfleghar zufolge stoßen die Vorschläge bisher auf eine positive Resonanz. So habe der Gemeinderat etwa beschlossen, im Zuge der Turnhallenrenovierung eine solarthermische Anlage zu installieren, die das Duschwasser aufheizt. Zudem unterstütze die Gemeinde unabhängig von staatlichen Förderprogrammen Privatleute mit einem Betrag von 350 Euro pro Anlage."

"Wenn man heute keine Weichen stellt, dann kann sich auch in zehn Jahren nichts ändern", so Pfleghar gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Die Provinz kommt - spät, aber gründlich.
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