09.04.03

9.4.2003: Siemens: Industrielle Herstellung von Brennstoffzellen verzögert sich

Siemens hat Probleme, ein Kraftwerk in Hannover mit einer Brennstoffzelle auszustatten. Ab Herbst sollte in einem umgebauten alten Kraftwerksblock in Herrenhausen die erste industriegefertigten Brennstoffzelle Strom und Fernwärme erzeugen. Inzwischen geht man davon aus, dass das Projekt frühestens ein Jahr später starten kann. Finanzierungsprobleme könnten die Folge sein: Noch ist nicht klar, ob 6,2 Millionen Euro eingeplante Fördermittel des Bundes trotz der Verzögerung fließen.

Brennstoffzellen werden mit Wasserstoff betrieben. Langfristig könnte beispielsweise in Kanada mit Wasserkraft oder in Afrika mit Sonnenenergie Wasserstoff erzeugt werden. Große Tanker würden dann Wasserstoff statt Öl nach Europa bringen.

Der Energiekonzern E.on Kraftwerke und die enercity Stadtwerke Hannover haben ihr Pilotprojekt zum Thema Wasserstoff im vergangenen Jahr gestartet. Ziel ist es, eine seriengefertigte Brennstoffzelle mit 250 Kilowatt Leistung im Alltagsbetrieb zu testen. Doch zunächst wird auf Erdgas als Brennstoff zurückgegriffen, weil dieses viel Wasserstoff enthalte, so eine Pressemitteilung. Die Zelle soll in Hannovers ältestem Kohlekraftwerk, dem stillgelegten Block A von Herrenhausen installiert werden. Geplant ist, dass die Zelle Strom produziert und Wärme ins Fernwärmenetz einspeist. Doch wird das Projekt durch die Verzögerungen bei Siemens in Mitleidenschaft gezogen: E.on geht davon aus, dass die so genannten SOFC-Zellen aus der Siemens-Niederlassung in Pittsburg erst in der zweiten Jahreshälfte 2004 eintreffen.

Siemens hat eigenen Angaben zufolge vor allem mit der Beschichtung der benötigten Röhren Probleme. Der Konzern hofft, dass 3,12 Millionen Euro Fördermittel vom Bund trotzdem fließen. Bei den Stadtwerken Hannover ist man unterdessen froh, dass der Umbau des Kraftwerks Herrenhausen noch nicht begonnen hat. Hannover wartet auf Pittsburg.
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