09.06.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

9.6.2004: ABO Wind zahlt keine Dividende

HK. Die ABO Wind AG, Wiesbaden, hat den Geschäftsbericht für das Jahr 2003 vorgelegt. Der nicht börsennotierte Windparkprojektierer berichtet einen Umsatz von 22,6 Millionen Euro. Im Vorjahr waren 8,4 Millionen Euro umgesetzt worden. Die Gesellschaft begründet den Umsatzsprung mit einem Einmaleffekt: Bei einigen Projekten seien die Kosten für die Windkraftanlagen in den Generalübernehmerpreis eingerechnet worden. Dieses Berechnungsverfahren sei sonst nicht üblich. ABO Wind hat im vergangenen Jahr Windparks mit einer Leistung von insgesamt 35 Megawatt in Betrieb genommen. Für weitere 23 Megawatt (MW) Nennleistung hätten sich die Genehmigungsverfahren verzögert. Diese Projekte würden nun im laufenden Jahr verkauft und in Betrieb genommen, verspricht das Unternehmen.

Der Jahresüberschuss ist dem entsprechend auf 13.000 Euro zusammengeschmolzen, nachdem er im Jahr 2002 noch 1,5 Millionen Euro erreicht hatte. Der Vorstand schlägt deshalb vor, für das abgelaufene Jahr keine Dividende auszuschütten.

ABO Wind führt das enttäuschende Ergebnis auch auf die schlechte Presse für die Windkraftnutzung zurück. Besonders zum Jahresende hin hätte die teilweise "unsinnig geführte Diskussion" zu verzögerten Genehmigungsverfahren und einer starken Verunsicherung der Käufer von Windkraftanlagen und Anteilen geführt, sagte der Vorstand des hessischen Unternehmens.

Der Ausblick ist verhalten. ABO Wind erwartet für 2004 erstmals Gewinne aus den Windaktivitäten im europäischen Ausland. In Deutschland hofft der Vorstand in den kommenden Jahren Windkraftprojekte mit einem Volumen von cirka 40 MW pro Jahr zu realisieren. Außerdem soll mit dem Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks im nordrhein-westfälischen Hamminkeln begonnen werden.

Von unserem Mitarbeiter Holger Kröske
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