09.09.03 Anleihen / AIF

9.9.2003: Machen E.on und RWE mit ihren Zahlen zur Windenergie Stimmung gegen die Windenergie?

Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), hat den Netzbetreibern E.ON Netz und RWE Net AG Stimmungsmache gegen die ungeliebte Konkurrenz der Windenergie vorgeworfen. Er bezog sich in einer Pressemitteilung des BWE auf Angaben der Stromkonzerne, wonach in diesem Jahr die Sicherheit der Stromversorgung wegen Ausfällen bei der Windenergie schon mehrfach "stark angespannt" gewesen sei. So habe etwa E.on wegen plötzlich abgeschalteter Windräder im Februar 2002 eine Leistung von rund 2500 Megawatt ersetzen müssen.

Der BWE stellt dem entgegen, dass selbst bei einem weiteren substanziellen Ausbau der Windenergie in Deutschland die Stromversorgung nicht gefährdet sei. Laut Ahmels können Flautezeiten beim Windstrom durch andere Kraftwerke ausgeglichen werden. Beim wachsenden Ausbau der Windenergie in Europa würden regionale Flauten ohnehin durch transnationalen Handel von Windstrom ausgeglichen. Die Abschaltung bei Sturmfronten stelle ebenfalls kein Problem dar. Die Netzbetreiber würden durch Wettervorhersagen und darauf aufbauende Windenergie-Prognosen rechtzeitig über diese seltenen Extremereignisse informiert. Sie könnten daher rechtzeitig andere Kraftwerke und Bezüge von Dritten disponieren.

Ahmels verwies auf die schwankende Produktion großer Wasserkraftwerke, die traditionell von den Stromkonzernen genutzt würden. Bezeichnenderweise sei diese bisher nie als Problem für die Sicherheit der Stromversorgung thematisiert worden. Er hebt auch auf den Zeitpunkt hervor, zu dem die Stromkonzerne ihre Angaben publik machten. "Warum werden jetzt, wenige Tage vor einem neuen Energiegipfel beim Kanzler und während der Meinungsbildung der Bundestagsabgeordneten zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, Zahlen aus 2002 lanciert, für die jeder objektive Beweis fehlt?", so Ahmels.
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