Dem schwer angeschlagene Mischkonzern Abengoa SA läuft die Zeit davon. Im Bild: eine Meerwasserentsalzungsanlage von Abengoa. / Foto: Unternehmen

01.03.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Abengoa SA meldet Milliardenverlust für 2015

Im Kampf um das wirtschaftliche Überleben hat der spanische Ökostrom- und Infrastrukturkonzern Abengoa SA einen milliardenschweren Nettoverlust eingefahren. Die Zeit wird knapp, denn Ende März 2016 soll darüber entschieden werden, ob ein reguläres Insolvenzverfahren eingeleitet wird.

Desaströse Zahlen für 2015 hat Abengoa SA aus Sevilla veröffentlicht. Demnach hat der in der vorläufigen Insolvenz befindliche Konzern 2015 mit 5,75 Milliarden Euro Umsatz und 515 Millionen Euro Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) beendet. Allerdings fuhr Abengoa dabei einen Nettoverlust von 1,2 Milliarden Euro ein. 2014 hatte der Konzern mit 7,15 Milliarden Euro Umsatz noch 19 Prozent mehr Umsatz erzielt. Das EBITDA hatte damals mit 1,4 Milliarden Euro noch deutlich mehr als doppelt so hoch gelegen. Außerdem hatte Abengoa 2014 noch 125 Millionen Euro Nettogewinn erzielt.
Den schweren Verlust in 2015 schreibt die Abengoa-Führung den geplanten Restrukturierungsbemühungen zu. Diese seien in der Bilanz für 878 Millionen Euro des Nettoverlusts verantwortlich, teilt der Konzern mit. Abengoa SA habe die Kontrolle über den US-Ökostromanlagenbetreiber Atlantica Yield (vormals Abengoa Yield) abgegeben, so das Management weiter. In diesem Zusammenhang habe der Konzern auch die Verbindlichkeiten von 25,1 Milliarden auf 16,6 Milliarden Euro senken können, teilt das Unternehmen mit. Atlantica Yield hat aktuell ebenfalls eine Bilanz für 2015 herausgegeben. Demnach verbesserte dieses Unternehmen den Jahresumsatz um 118 Prozent auf 790,9 Millionen Dollar. Das EBITDA lag mit 636,5 Millionen Dollar 107 Prozent über dem von 2014. Die Liquidität bezifferte Atlantica Yield zum Bilanzstichtag auf 591,8 Millionen Dollar.

Frist für Einigung über Restrukturierung von Abengoa endet am 28. März 2016

Erst kürzlich war die US-Sparte von Abengoa SA dem Mutterkonzern in die Insolvenz gefolgt (mehr lesen Sie  hier) Schon bald wird sich entscheiden, ob Abengoa SA die angestrebte Sanierung durchführen kann. Derzeit verhandelt die Unternehmensführung mit den Geldgebern über seine Pläne dazu. Am 28. März 2016 soll die Entscheidung feststehen, dann läuft die gerichtliche Frist ab.

Abengoa SA: ISIN ES0105200416 / WKN 904239
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