Projekt der ABO Invest AG. / Foto: Unternehmen

02.02.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

ABO Invest AG steigert Grünstromproduktion deutlich

Die ABO Invest AG aus Wiesbaden hat 2015 fast exakt so viel Strom aus erneuerbarer Energie erzeugt wie anvisiert. Sie produziert vor allem Windstrom und kündigte jetzt den Erwerb eines weiteren deutschen Windparks an. Ein französisches Projekt will sie dagegen abstoßen. Auch kündigte das Unternehmen weitere Kapitalerhöhungen an. Die Windaktie zeichnet sich durch eine stabile Wertsteigerung aus.

Die ABO Invest AG hat 2015 318 Millionen Kilowattstunden Grünstrom produziert. Sie übertraf damit die Jahresprognose geringfügig, um drei Millionen Kilowattstunden (kWh) bzw. rund ein Prozent. Insgesamt entspricht diese Grünstrommenge einer Steigerung gegenüber 2014 um satte 58 Prozent. Dieses Wachstum gelang vor allem durch den Ausbau des Windparkportfolios. Besonders erfolgreich war der in 2015 neu erworbene finnische Windpark Haapajärvi, der mehr als zehn Prozent mehr Strom erzeugte als vom Unternehmen angenommen. Die ABO Invest AG verfügt nach eigenen Angaben über 62 Windenergieanlagen in Deutschland, Finnland, Frankreich und Irland sowie über eine deutsche Biogasanlage. Sie erreichen zusammen eine Nennleistung von 132,2 Megawatt (MW). "Das Jahr 2015 hat einmal mehr bestätigt, dass unsere Strategie der regionalen Streuung aufgeht“, sagte Vorstand Andreas Höllinger zu diesem Mix. „Erfreulich ist zudem, dass mit Haapajärvi unser erstes finnisches Projekt so gut gestartet ist.“

Kurzfristig will ABO Invest einen weiteren deutschen Windpark erwerben: Das Projekt Wennerstorf in Niedersachsen, das laut dem Unternehmen aus vier Anlagen mit einer Nennleistung von 5,2 MW besteht und bereits seit 2003 in Betrieb ist. An dem Bürgerwindpark hatten sich mehr als hundert Kommanditisten beteiligt. Die Laufzeit der Beteiligung war im Verkaufsprospekt auf zwölf Jahre begrenzt worden. ABO Invest plant, die Anteile nun für knapp 65 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises zu erwerben. „Der Windpark Wennerstorf passt gut in unser Portfolio, weil wir in dieser Region noch nicht aktiv sind“, erläutert Vorstand Höllinger. „Zudem sind bei einem Bestandspark mit langjährigen Ertragsdaten die Prognosen der künftigen Stromerzeugung besonders zuverlässig.“

Weiter offen ist, ob ABO Invest wie beabsichtigt einen weiteren Windparks in Finnland einkaufen wird. Ende 2015 hatte das Unternehmen zwar dafür eine Reservierungszahlung geleistet. Diese fließt jedoch nach ihren Angaben jetzt wieder an sie zurück, weil weiterhin offen ist, ob der genehmigte und baureife Windpark Anspruch hat auf eine feste Einspeisevergütung. Dafür ist in Finnland ein Kontingent von zusammen 2.500 MW vorgesehen. Laut ABO Invest konnte das ausgewählt Projekt noch in dieses Kontingent nachrücken. Für diesen Fall sei ein Kauf weiterhin geplant.

Dagegen will sich das Unternehmen von dem französischen Windpark Clamecy trennen, der 2013/14 in Betrieb genommen worden war. Dieser habe bislang rund 20 Prozent Strom weniger produziert als erwartet, hieß es dazu. Die Neubewertung der Beteiligung in Höhe von 65 Prozent, die ABO Invest an Clamecy hält, sei voraussichtlich mit einem Verlust von 1,0 bis 1,5 Millionen Euro verbunden.

Ferner kündigte die Führung der ABO Invest AG deutliche Kosteeinsparungen an. So habe sie für einen laufenden Kredit zur Finanzierung des irischen Windparks Glenough über aktuell noch 27 Millionen Euro erreicht, dass sich die Zinsverpflichtung verringert. Das bedeute eine Ersparnis von rund zwei Millionen Euro. Zudem will ABO Invest Genussscheine im Umfang von 7,8 Millionen Euro zurückkaufen und dadurch jährlich eine halbe Million Euro Zinsen sparen. Die Genussscheine hatte die Gesellschaft zur Finanzierung der Windparks Glenough, Cuq, Repperndorf, Düngenheim und Broich ausgegeben. „Unser Ziel ist es, den Unternehmenswert der ABO Invest jährlich um mindestens sieben Prozent zu steigern“, sagt dazu Vorstand Andreas Höllinger. „Der Zinssatz der Genussscheine liegt so dicht an unserer Zielrendite, dass eine vorzeitige Ablösung vorteilhaft ist.“ Die Genussscheine will das Unternehmen mit freien Mitteln tilgen sowie mit Einnahmen aus weiteren Kapitalerhöhungen. Näheres dazu gab ABO Invest noch nicht bekannt. Sie hatte zuletzt im Dezember 2015 eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Diese hatte ihr 2,9 Millionen Euro eingebracht.

Die Aktie der ABO Invest AG notierte gestern Abend zum Börsenschluss in Düsseldorf bei 1,47 Euro und hat damit über die letzten drei Jahre über 22 Prozent an Wert gewonnen. Der Wertzuwachs verlief äußerst stabil. ECOreporter.de hat die Bürgerwindaktie im März 2015 in einem ECOanlagecheck geprüft.  Hier  gelangen Sie zu der frei lesbaren, unabhängigen Analyse.

ABO Invest AG: ISIN DE000A1EWXA4 / WKN A1EWXA
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