Bauarbeiten an einem Windkraftprojekt der ABO Wind AG. / Foto: Unternehmen

11.02.16 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

ABO Wind AG setzt auf Iran als neuen Windmarkt

Die in Düsseldorf börsennotierte ABO Wind AG ist bislang fast ausschließlich in Europa aktiv. Einzige Ausnahme ist der Unternehmensstandort im argentinischen Buenos Aires. Nun will der Windkraftprojektierer auch Geschäfte im Iran machen. Nachdem die Sanktionen westlicher Staaten gegen das Land aufgehoben wurden, öffnet sich dort ein aussichtsreicher Markt für erneuerbare Energie.  

Bislang hat ABO Wind nach eigenen Angaben 1.100 Megawatt Windkraft ans Netz gebracht, in Deutschland und sechs weiteren europäischen Ländern. 2015 hat das Unternehmen am Wiesbadener Hauptsitz eine Abteilung für internationale Geschäftsentwicklung gegründet. Diese hat nach Unternehmensangaben mehrere Länder identifiziert, die für den Markteintritt geeignet erscheinen. „Nun gilt es, konkrete Strategien für einen Markteintritt zu entwickeln, die zu dem jeweiligen Land passen“, erläutert Dr. Karsten Schlageter und stellt fest: „Im Iran kommen wir dabei besonders gut voran.“ Das führt Schlageter auf die langjährige Isolation des Landes zurück: „Fast zehn Jahre litt der Iran unter den wegen der Atompolitik verhängten Sanktionen. Deren Aufhebung entfacht nun eine starke gesellschaftliche und wirtschaftliche Dynamik.“

Mit rund 75 Millionen Einwohnern und einer Fläche von gut 1,6 Millionen Quadratkilometern zählt Iran zu den 20 bevölkerungsreichsten und größten Staaten der Erde. Das im Iran geförderte Erdöl ist vorrangig für den Export bestimmt. Um den zunehmenden Energiebedarf der wachsenden Bevölkerung zu decken, setzt die Regierung auf Erneuerbare. Bislang sind aber erst rund 350 Megawatt am Netz. Bis 2018 sollen rund 4.500 Megawatt Windkraftleistung hinzukommen. Aber bislang finanzieren internationale Banken keine Windkraftprojekte im Iran. Auch für Umweltverträglichkeitsprüfungen und Netzanschlussbedingungen müssen noch Strukturen etabliert werden, die internationalen Standards entsprechen.

„Wir möchten daran mitwirken, der Windkraft im Iran zum Durchbruch zu verhelfen“, sagt dazu Dr. Karsten Schlageter. Die Voraussetzungen sind ihm zufolge gut: Der Iran garantiere einen festen Einspeisetarif für Windstrom und fördere den Ausbau der Erneuerbaren mit verbindlichen Regelungen. Die Netze und die Infrastruktur seien bereits gut ausgebaut. ABO Wind bringe die Expertise aus 20 erfolgreichen Jahren in der Erneuerbaren-Branche mit. Das Fachwissen sowie die Kontakte zu Herstellern, Banken und Investoren seien am Persischen Golf gefragt. In Kooperation mit regionalen Partnern habe ABO Wind bereits Windkraft-Projekte mit rund 350 Megawatt Leistung vorregistriert und mehrere Projektgesellschaften gegründet.

„Wir haben in den vergangenen Wochen mehrere Kooperationsverträge mit regionalen Partnern geschlossen“, berichtet Dr. Jochen Ahn, Vorstand von ABO Wind. Dieser Tage beziehe ABO Wind ein Büro in Teheran, für das neue Mitarbeiter vor Ort eingestellt würden.

Mehr über die ABO Wind AG erfahren Sie in diesem  Unternehmensportrait (Link entfernt). ECOreporter-Chefredakteur Jörg Weber hat in einem Video-Interview vom Dezember 2015 mit Firmensprecher Alexander Koffka unter anderem über die  Auslandsstrategie der Erneuerbare-Energie-Spezialistin gesprochen.  Hier  gelangen Sie zu dem Beitrag.

ABO Wind AG: ISIN: DE0005760029 / WKN: 576002
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