Die ABO Wind AG plant und baut europaweit hauptsächlich Windkraftanlagen. / Quelle: Unternehmen.

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ABO Wind AG will stabile Dividende ausschütten

Die ABO Wind AG, börsennotierter Entwickler von Grünstromprojekten, hat in 2013 einen Gewinneinbruch erlitten. Das Jahresergebnis des Konzerns blieb mit einem Überschuss nach Steuern in Höhe von rund vier Millionen Euro hinter dem Rekordergebnis des Vorjahres von neun Millionen Euro zurück. ABO Wind Vorstand Dr. Jochen Ahn führt dies vor allem auf zwei Faktoren zurück. Zum einen auf die lang anhaltende Debatte über eine Reform oder gar Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im vergangenen Jahr. „Ohne die Querschläge aus der Politik, die bis in die Genehmigungsbehörden wirkten und viele Projekte verzögert haben, hätten wir noch besser abgeschnitten“, sagt Ahn dazu. Das habe die gesamte Branche belastet.

Von der Politik fordert der Vorstand von ABO Wind, nun die Grundlagen für einen Strommarkt zu legen, der auf Erneuerbare Energien zugeschnitten ist und eine wachsende Stromproduktion aus Wind und Sonne zu integrieren vermag. „Das ist die Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende“, betont Ahn. Die starke Fokussierung der aktuellen Bundesregierung auf Kohlekraft sei „ein energiewirtschaftlicher Irrweg“ und verschärfe den Klimawandel. Immerhin bringe die Novellierung des EEG, die bereits im August 2014 in Kraft treten soll, der Windkraft in Deutschland für die nächsten zwei bis drei Jahre Planungssicherheit, stellt Ahn fest. Die im Gesetzentwurf vorgesehene Vergütungsregelung für Windstrom, dem Hauptgeschäft von ABO Wind, entspreche den Erwartungen. „Weitere Effizienzgewinne der Anlagentechnik werden es uns ermöglichen, die rund 200 Windenergieanlagen, die wir aktuell in Deutschland planen, in den nächsten Jahren sukzessive zu realisieren“, blickt der Vorstand voraus.

Zum anderen haben aber auch Abschreibungen auf den bulgarischen Windpark Sliven das Jahresergebnis der ABO Wind belastet. Die bulgarische Regierung hatte beschlossen, in Betrieb befindliche Windparks mit neuen Abgaben zu belasten, die laut dem Unternehmen diesen Windpark entwerten. Diese Abgaben seien zwar politisch umstritten, so klage sogar der Staatspräsident vor dem bulgarischen Verfassungsgericht gegen die neue Steuer. Dennoch hab sich ABO Wind entschieden, Sliven abzuschreiben.

Die Gesamtleistung von ABO Wind – also die Umsatzerlöse zuzüglich Änderung des Bestands −  kletterten im Jahr 2013 auf rund 92 Millionen Euro nach 82 Millionen Euro im Vorjahr. Von den Umsatzerlösen in 2013 im Umfang von 89 Millionen Euro stammte der Löwenanteil mit rund 62 Millionen Euro aus der Errichtung von Grünstromprojekten.

Wie bereits im Vorjahr brachte der Wiesbadener Projektentwickler in 2013 mehr als 150 Megawatt (MW) neue Grünstromkapazität ans Netz. Die 67 Anlagen mit rund 159 MW Leistung errichtete ABO Wind vor allem in Deutschland (85,5 MW). Es folgten Frankreich mit 58,65 MW und Irland mit 15 MW. Insgesamt hat ABO Wind nach eigenen Angaben seit der Unternehmensgründung im Jahr 1996 bis heute 450 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 860 MW errichtet. Die jährliche Stromproduktion dieser Anlagen beträgt rund 1.700 Gigawattstunden. Das entspricht dem Haushaltsstromverbrauch von 1,5 Millionen Bundesbürgern.

Am Donnerstag, 3. Juli, findet ab 16.30 Uhr im Museum Wiesbaden die Hauptversammlung der ABO Wind AG statt. Sie muss ist unter anderem über die Verwendung des Bilanzgewinns der Einzelgesellschaft ABO Wind AG in Höhe von rund 6,9 Millionen Euro entscheiden, der deutlich über dem Vorjahreswert 5,5 Millionen Euro lag. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, wie im Vorjahr eine Dividende in Höhe von 0,20 Euro je Aktie auszuschütten. Auf Grundlage des aktuellen Börsenkurses von rund 7,5 Euro entspricht das einer Dividendenrendite von 2,7 Prozent. Rund 5,4 Millionen Euro aus dem Bilanzgewinn sollen in die Rücklage fließen und damit das Eigenkapital der Gesellschaft weiter stärken.

Hier (Link entfernt)  gelangen Sie zu einem Kurzportrait der ABO Wind AG.
ABO Wind AG: ISIN: DE0005760029 / WKN: 576002
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