Windpark von ABO Wind: Der Projektentwickler hat seinen Genehmigungsantrag für den Windpark Geisenheim zurückgezogen. Es hätte sich wirtschaftlich nicht mehr gerechnet - aus verschiedenen Gründen. / Foto: Unternehmen

19.10.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

ABO Wind kann Windpark Geisenheim in Hessen nicht bauen

Projektentwickler ABO Wind muss seine Planungen für den hessischen Windpark Geisenheim im Rheingau einstellen. Das Verfahren zur Genehmigung habe sich über vier Jahre hingezogen, teilte Pressesprecherin Lena Fritsche gegenüber ECOreporter.de mit. Normalerweise dauerten Genehmigungen etwa ein Jahr. "Hauptgrund dafür war der Landschaftsschutz im Rheingau", sagte Fritsche. Die Genehmigungsbehörde bescheinigte dem Antrag erst im Juni dieses Jahres Vollständigkeit. Bis dahin musste ABO Wind wiederholt Unterlagen nachreichen - etwa neue Visualisierungen des Windparks.

Seit die Wiesbadener den Antrag beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht habe, hätten sich die Rahmenbedingungen derart geändert, "dass wir den Windpark nicht mehr wirtschaftlich realisieren können", so ABO Wind-Planungschefin Urta Steinhäuser. Sprecherin Fritsche bedauerte das Scheitern des Projekts: Der Standort sei sehr gut gewesen.

Zu Beginn des ungewöhnlich langen Genehmigungsverfahrens habe man den Anlagentyp Nordex N117 ausgewählt. "Vor vier Jahren gehörte dieser Typ zur modernen Anlagengeneration, heute verfügbare Anlagen sind hingegen größer und damit deutlich effizienter. Auch war damals noch nicht absehbar, wie stark die Vergütung von Windstrom sinken würde", sagt Steinhäuser.

Keine Chance auf eine ausreichende Vergütung für den Windstrom

Seit 2017 gibt es keine feste Einspeisevergütung mehr für Strom aus Windkraftanlagen an Land. Stattdessen müssen sich Windparkprojekte in einem Ausschreibungsverfahren durchsetzen. Sind sie erfolgreich, werden sie ihrem Angebot entsprechend vergütet.

Die Anfangsvergütung für Windparks hatte in der Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) 2014 noch bei 8,9 Cent pro Kilowattstunde gelegen. In der erste Ausschreibungsrunde im Mai 2017 lag die durchschnittliche Vergütung bei 5,71 Cent - und in der zweiten Runde im August 2017 nur noch bei 4,28 Cent pro Kilowattstunde. Ein Anstieg in den kommenden Ausschreibungsrunden sei nicht zu erwarten, so ABO Wind.

"Nach unserem aktuellen Kenntnisstand wären mindestens drei der acht beantragten Anlagen genehmigt worden", resümiert Steinhäuser, "aber die Kombination aus zähem Genehmigungsverfahren, veralteter Windkrafttechnik und halbierter Vergütung hat unserem Projekt leider die wirtschaftliche Grundlage entzogen."

ABO Wind AG: ISIN DE0005760029 / WKN 576002 

Mehr über die ABO Wind AG erfahren Sie in unserem Unternehmensporträt. (Link entfernt)
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x