Bei der Solaraktie von SolarWorld stehen die Signale auf Rot. Im Bild ein Blick in die Produktion des Bonner Solarkonzerns. / Foto: SolarWorld AG

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Absturz der SolarWorld-Aktie: Noch keine Landung in Sicht?

Die Aktie von SolarWorld hat heute ihre Talfahrt fortgesetzt. Ein Analyst rechnet mit weiteren Kursverlusten der Solaraktie.

Seit dem 14. Juli steht die Aktie von SolarWorld massiv unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass ein Gericht im US-Bundesstaat Michigan den Argumenten des Siliziumherstellers Hemlock bei seiner Klage gegen Solarworld weitgehend folgt. Dem Solarkonzern droht damit nicht nur eine juristische Schlappe. Hemlock fordert auch von SolarWorld Schadensersatz für den Verstoß gegen einen langfristigen Liefervertrag in Höhe von rund 770 Millionen Dollar. Ein Urteil gegen die Deutschen könnte damit die Existenz von SolarWorld gefährden (wir haben darüber  berichtet). Nach der Nachricht aus den USA hat sich die Aktie von SolarWorld im Xetra von 6,2 auf 5,2 Euro verbilligt. ECOreporter.de hatte bereits in einem  Aktientipp  vom  Juni 2015 vor Kursrisiken durch den Rechtsstreit des Solarkonzerns mit Hemlock gewarnt. Seither hat die Solaraktie fast zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Analyst erwartet weiteren Kursabsturz der Aktie von SolarWorld

Sven Diermeier, Analyst der WGZ Bank, hatte diesem Konflikt mit dem Siliziumhersteller bislang noch keine besondere Bedeutung zugemessen. Diese Einschätzung hat er nun revidiert und daher auch das Kursziel für die Aktie von SolarWorld deutlich verringert. Er kürzte es von 6,4 auf nur noch 4,0 Euro und empfiehlt nun den Verkauf der Beteiligung.

Diermeier sieht „eine klare Tendenz des Gerichts zu Gunsten von Hemlock“. Letztendlich müsse der Solarzulieferer zwar seine Ansprüche gegen die Deutschen in der Bundesrepublik durchsetzen. Der Experte der WGZ Bank stellt aber klar: „Sollte es Hemlock vor einem deutschen Gericht gelingen, das Anerkennungs- und Vollstreckungsverfahren zu gewinnen, dann wäre dies für SolarWorld ohne Zweifel existenzgefährdend.“ Und der Analyst warnt auch vor möglichen Auswirkungen einer juristischen Niederlage von SolarWorld in den USA: „Zudem bleibt das Kundenverhalten in den USA abzuwarten, wenn es auf dem wichtigsten Markt des Unternehmens (Umsatzanteil 2015: 52 Prozent) zu einer rechtskräftigen Verurteilung kommt, da SolarWorld für seine Produkte mehrjährige Garantien gewährt.“

SolarWorld AG: ISIN DE000A1YCMM2 / WKN A1YCMM
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