Werk der BASF AG: In weiten Teilen nachhaltig, aber ein Energieverbrauch wie ein Kleinstaat. Die BASF Aktie war in den vergangenen Jahren ein zuverlässiger Dividendenbringer. / Foto: Unternehmen

30.06.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Acht Blue-chip-Aktien: Nachhaltig, groß und Dividendenkönig?

Mindestens zwei Prozent Rendite, Chance auf mehr? Noch dazu nachhaltig? Ja, möglich ist das. Dank der Dividenden auf Aktien von Konzernen. Nötig dafür sind die richtige Strategie – und viel Kompromissbereitschaft, was Nachhaltigkeit angeht.

Magere Zeiten für Anleger, die auf Renditen hoffen: fast keine Zinsen für Festgeld und Bundesanleihen. Also Aktien? Da ist der Börsenzug abgerauscht, die Kurse erklimmen immer neue Höhen – und keiner weiß, ob es weiter nach oben geht oder der Absturz droht. Und doch taucht immer wieder ein Rezept auf, das Anlegern helfen soll: Dividenden. Also die Ausschüttungen eines Teils des Gewinns, den Unternehmen erzielen. Ein Beispiel: Die Dividende pro BASF-Aktie, die das Unternehmen im Frühjahr ausgeschüttet hat, lag bei 2,80 Euro. Bezogen auf den Aktienkurs am 1. Januar 2015 war das eine so genannte Dividendenrendite von 3,99 Prozent. Ordentlich, oder?

Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die hohe Dividendenrenditen erzielen. 2014 war ein Rekordjahr: Es wurden so hohe Dividenden wie noch nie gezahlt. Alle am deutschen Aktienmarkt notierten Unternehmen zusammen zahlten 41,7 Milliarden Euro an die Anleger aus, so die deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Fast 30 Milliarden davon stammen von den 30 DAX-Firmen. Das sind die großen Konzerne. In der Vergangenheit trugen die Dividenden bei diesen Aktien etwa die Hälfte zur Wertentwicklung bei. Wer die Dividenden immer wieder anlegte (wie bei einem thesaurierenden Aktienfonds), konnte einen Zinseszins-Effekt erzielen und seine Gewinne steigern. Aber nicht alle so genannten Dividendenwerte liefen durchgehend gut. Beispielsweise zahlten Banken viele Jahre hohe Dividenden, aber mit Beginn der Finanzkrise fielen ihre Aktienkurse und die Ausschüttungen vielfach in den Keller. Wie erkennt man nun die Aktien, die eine hohe Dividendenrendite erwarten lassen?

Es gibt zwar Unternehmen, die seit Jahrzehnten Dividenden zahlen und diese immer mehr steigern. Coca-Cola und Procter & Gamble etwa liefern seit mehr als einem halben Jahrhundert zuverlässig Dividenden. Basis ihres Geschäfts sind starke Marken, die unabhängig sind von den Höhen und Tiefen der Wirtschaft. Doch selbst Coca-Cola hat derzeit Probleme, immer mehr Kunden wollen gesund trinken – und da kommt die braune Brause weniger in Frage. Als Faustregel gilt laut Untersuchungen der DSW: Wenn das Unternehmen in den letzten fünf Jahren eine Dividende gezahlt hat, ist das gut. Achtung auch bei der Höhe der Dividenden: Als optimal gilt eine Quote zwischen ein und zwei Drittel des Gewinns. Weniger als ein Drittel kann ein Zeichen für Finanzschwäche sein, mehr als zwei Drittel lässt kaum Spielraum für Investitionen. Aber aufgepasst: Dividenden sind eben nicht, wie manche behaupten, die neuen Zinsen. Zinsen gibt es auf Tages- oder Festgeld oder bei Anleihen. Dabei haben die Anleger einen rechtlichen Anspruch auf die Zinsen und auf die Rückzahlung. Bei Dividenden hingegen ist der Aktionär darauf angewiesen, dass es dem Unternehmen gut geht. Einfordern kann er Dividenden nicht.

Wie nachhaltig sind die Dividenden-Bringer?


Kein Unternehmen, das ECOreporter.de ausgewählt hat, ist ein Ölmulti oder ein Atomstrom-Konzern – obwohl es in diesen Branchen etliche Dividendenkönige gibt beziehungsweise gab. Aber die Geschäftsfelder beruhen auf einer
nicht umkehrbaren Ressourcenausbeutung (Öl), oder nicht reparable Schäden (Atomenergie) sind möglich. Positiv gesehen: Alle im Folgenden dargestellten Unternehmen gehören zu den nachhaltigsten ihrer Branche. Ihre Aktien sind in großen Nachhaltigkeitsindizes vertreten und/oder in bekannten nachhaltigen Fonds.

Kompromissbereitschaft ist erforderlich


Anerkannte Nachhaltigkeitsrating-Agenturen bescheinigen den Unternehmen überdurchschnittliches Nachhaltigkeits-Engagement. Aber grüne Ökos sind sie nicht. Jedes Unternehmen hat seine Schwächen und Problemfelder. Beispiel BMW: Eine überzeugende Elektromobilitäts-Strategie, aber eben auch Zwölfzylinder und dicke Geländewagen. Nur: Dass sich die Geländewagen 46 Mal so gut verkaufen wie die Elektroautos – dafür kann BMW nichts. Das ist Verbraucherentscheidung. Oder BASF: Pro Produkt benötigt der Konzern immer weniger Energie, aber insgesamt ist der Energieverbrauch riesig. Wiederum helfen BASF-Dämmstoffe Hauseigentümern, Energie zu sparen. Aber BASF–Töchter in den USA sind im Bereich Gentechnik aktiv. Das werden viele Anleger für einen Ausschlussgrund halten. ECOreporter.de  liefert Ihnen für die ausgesuchten Unternehmen die Informationen zur Rendite, zu möglichen K.O.-Kriterien und zu Nachhaltigkeitsstärken und -schwächen.

Bild: Der BMW i3 ist das E-Mobil auf den BMW setzt. Ein Verkaufsschlager ist das Auto bislang nicht. / Foto: Unternehmen

Die moralische oder auch sachliche Entscheidung, ob ein K.O.-Kriterium diese Aktie für Sie tabu werden lässt oder ob Sie denken, dass eine Nachhaltigkeitsstärke eine Schwäche ausgleicht – die treffen Sie selbst. Und diese Entscheidung wollen und können wir Ihnen nicht abnehmen.


ECOreporter.de stellt acht ausgewählte Konzerne vor, deren Aktien in den vergangenen Jahren verlässlich Dividenden brachten und auf die auch Nachhaltigkeitsfonds setzen.

BASF (Link entfernt)
BMW (Link entfernt)
BT Group (Link entfernt)
IBM (Link entfernt)
Intel (Link entfernt)
Johnson & Johnson (Link entfernt)
Linde AG (Link entfernt)
Siemens (Link entfernt)
Renditebringer: Lesen Sie, wie diese acht Dividenden-Blue-chips im  Ranking der Dividendenkönige abschneiden?
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