KTG Agrar hat für 2014 eine sehr gute Ernte gemeldet. Seine Geschäftszahlen für 2014 will das Unternehmen im Mai veröffentlichen. / Quelle: KTG Agrar AG

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Aktie der KTG Agrar AG vor dem Kurssprung?

Die Aktie der KTG Agrar AG aus Hamburg zählt in den vergangenen Jahren zu den stabilen Nachhaltigkeitswerten an der Börse. Sie brach nicht ein, legte aber auch nicht zu. Kann sich das ändern und der Anteilsschein schon bald zum Steigflug ansetzen?

Seit Jahren pendelt die Aktie der KTG Agrar AG im Xetra zwischen Kursen von 13 bis 17 Euro. Mit 14,3 Euro notiert der Anteilsschein des Agrarkonzerns heute um 10 Uhr in etwa auf dem Vorjahresniveau. Oliver Schwarz, Analyst von Warburg Research, sagt nun einen Kursprung binnen Jahresfrist auf über 20 Euro voraus. Er rät daher zum Kauf der Aktie.

KTG Agrar ist heute ein breit aufgestellter Agrarkonzern

Nach Einschätzung des Analysten hat die KTG Agrar inzwischen die Phase im Wesentlichen abgeschlossen, in der es vor allem darum ging, die Kapazitäten des Unternehmens auszubauen. In den kommenden Jahren könne der Konzern seine Finanzlage konsolidieren. Das werde seine Gewinnlage verbessern und  die Attraktivität der Aktie für Investoren erhöhen. Schwarz weist darauf hin, dass die KTG Agrar seit 2007 durch Zukäufe die landwirtschaftlich genutzten Flächen um 135 Prozent auf über 42.000 Hektar ausgebaut hat. Das habe eine Verachtfachung des Jahresumsatzes ermöglicht. Die Erlöse aus dem Marktfruchtanbau seien von sechs Millionen Euro in 2007 auf 48,5 Millionen Euro in 2013 angesprungen. Zudem habe der Konzern über seine börsennotierte Tochtergesellschaft, die KTG Energie AG, in den vergangenen Jahren die Kapazität der Biogasanlagen massiv ausgebaut – auf rund 53 Megawatt (MW) und sei durch Übernahmen in den Handel mit Lebensmitteln eingestiegen.

Wie der Experte von Warburg Research ausführt, hat die Unternehmensführung durch diese konsequente Verlängerung der Wertschöpfungskette unter anderem die Geschäftsrisiken verringert. So garantiere der Betrieb von Bioenergieanlagen nicht nur einen sicheren Absatz von Produkten zu festen Preisen. Da der Strom aus diesen Anlagen einen festen Einspeisetarif nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalte, sei so auch ein stabiler Zufuss von Einnahmen garantiert. So wie umgekehrt die Rohstoffversorgung der KTG Energie AG durch die landwirtschaftliche Produktion der Muttergesellschaft garantiert sei. Das sei angesichts der starken Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten ein großer Vorteil für beide. Durch den Einstieg ins Handelsgeschäft wiederum hat der Konzern laut Schwarz seine Handelsrisiken verringert, da er einen großenTeil der landwirtschaftlichen Produktion hier absetzen kann. Beispielsweise werde über die Tochtergesellschaften Bio-Zentrale Naturprodukte und Frenzel Tiefkühlkost fast die gesamte eigene Kartoffelernte innerhalb des Konzerns weiterverarbeitet. Ein weiteres Plus sei die starke Ausrichtung auf die Produktion von Bio-Lebensmitteln. Nicht nur gebe es dafür eine stark steigende Nachfrage. Dafür könne die KTG Agrar überdies auch attraktive Preise erzielen.

Schuldenabbau erhöht die Attraktivität der Aktie

Der Analyst stellt fest, dass diesem enormen Wachstum und der breiten Wertschöpfungskette eine recht schwache Ausstattung mit Eigenkapital gegenüber steht. Hier erreiche die KTG Agrar AG lediglich einen Wert von rund 15 Prozent. Ihre Expansion sei vor allem fremdfinanziert gewesen, mit dem Resultat, dass ein großer Teil der Gewinne für den Schuldendienst aufgewendet werden muss. Auch erkläre dies die bisherige Zurückhaltung der Börsianer. Die Aktie werde angesichts der hohen Verschuldung durch eine Art Risikoprämie belastet. Schwarz rechnet damit, dass der Konzern aufgrund der stark verbesserten Einnahmesituation in den kommenden Jahren die Verschuldung deutlich abbauen und bis 2017 bereits eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent erreichen kann. Darüber hinaus eröffne die Inflation der Verkaufspreise von Landwirtschaftsflächen in Deutschland und in Litauaen, wo die KTG Agrar AG aktiv sei, zusätzliches Finanzpotential. Denn deren Wert werde durch diese Inflation weiter steigen. Das Heben dieser stillen Reserven könne die Bilanz des Konzerns um über 61 Millionen Euro verbessern.

Schwarz geht davon aus, dass der Agrarkonzern den Jahresumsatz in 2014 gegenüber 2013 enorm gesteigert hat, von rund 165 Millionen auf über 234 Millionen Euro. Bis 2016 werde die KTG Agrar AG hier die Marke von 300 Millionen Euro Umsatz übertreffen. Für das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erwartet er einen Anstieg von 23,9 Millionen Euro in 2013 auf 34,55 Millionen Euro in 2014 und einen weiteren Anstieg auf 41,6 Millionen Euro bis 2016.

Angesichts der großen Zuversicht des Analysten ist aber zu berücksichtigen, dass Warburg selbst in die KTG Agrar AG investiert ist und Geschäftsbeziehungen zu dem Unternehmen unterhält. Das Urteil von Schwarz ist also nicht unabhängig.

KTG Agrar SE: ISIN DE000A0DN1J4 / WKN A0DN1J
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