Solarfarm von First Solar: Durch den Ausbau des Geschäftes mit Großprojekten will der Konzern siene Marge steigern. Im zweiten Quartal ging das schief. / Quelle: Unternehmen

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Aktie von First Solar nach Gewinneinbruch unter Druck

Trotz einer überraschend schwachen Zwischenbilanz für das zweite Quartal hat die Führung von First Solar die im Frühjahr erhöhte Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt. Der Solarkonzern aus Tempe im US-Bundesstaat rechnet weiter mit einem Jahresumsatz in 2014 von 3,7 bis 4,0 Milliarden Dollar und einer Marge von sieben bis neun Prozent. Dennoch geriet die Aktie von First Solar stark unter Druck. Im Xetra verbilligte sich der Anteilsschein heute bis 12 Uhr um mehr als fünf Prozent auf 45,20 Euro. Auf Jahressicht notiert er damit immer noch 30 Prozent im Plus.

Viele Börsianer reagierten offenbar verschreckt darauf, dass First Solar im zweiten Quartal 2014 nur einen Nettogewinn von 4,5 Millionen Dollar oder vier Cent je Aktie erreichte. Die Marge fiel dabei mit 0,03 Prozent so schlecht aus wie seit Jahren nicht. Der Konzern ist der weltweit größte Hersteller von Dünnschicht-Soalrmodulen und in den USA der größte Solarprojektierer. Doch Verzögerungen bei den für die Marge wichtigen Großprojekten hätten bewirkt, dass sich Gewinne aus dem zweiten Quartal in das zweite Halbjahr verschieben. So erklärte das Unternehmen zumindest den starken Gewinneinbruch von 86 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Quartalsumsatz wurde dagegen um 4,7 Prozent auf 544,4 Millionen Dollar verbessert.

Im ersten Halbjahr 2014 stieg der Umsatz von 1,275 Milliarden auf 1,495 Milliarden Dollar. Das Nettoergebnis sprang von 92,7 Millionen Dollar oder 1,03 Dollar je Aktie auf 116,5 Millionen Dollar oder 1,14 Dollar je Aktie. Dies gelang aufgrund des starken ersten Quartals.

Doch auch in der Produktion läuft nicht alles rund. So geht First Solar nun davon aus, im Gesamtjahr eine Produktionskapazität von 1,8 bis 1,9 Gigawatt (GW) zu erreichen. Hier waren bislang 0,1 GW mehr in Aussicht gestellt worden. Die Auslastung der Produktion sei im zweiten Quartal unter die Marke von 80 Prozent gefallen, teilte der Konzern mit. FirstSolar ist darauf angewiesen, durch eigene Solarprojekte die Modulproduktion stark auslasten zu können. Daher schlugen sich die Verzögerungen bei der Umsetzung von Solarfarmen auch auf die Produktion belastend nieder.

In den Hintergrund geriet durch das gemeldete Zahlenwerk, dass First Solar ein wichtiger Erfolg in Indien gelungen ist, einem der wachstumsträchtigsten Photovoltaikmärkte der Welt. Hier hatten die Amerikaner bislang nur Bestellungen von Solarmodulen erhalten. Nun aber werden sie auf dem Subkontinent erstmals als Solarprojektierer aktiv. Im Bundesstaat Telangana soll First Solar bis Mai kommenden Jahres zwei Solarfarmen errichten, die den Versorger Southern Power Distribution Co. im Bezirk Mahabubnagar mit Strom versorgen. Der Abnahmevertrag für den Solarstrom hat den Angaben zufolge eine Laufzeit von 20 Jahren.

ECOreporter.de sieht in dem aktuellen Kurseinbruch eine günstige Gelegenheit zum Einstig in die Aktie. Auf längere Sicht gehört der Anteilsschein zu den aussichtsreichsten Solaraktien überhaupt. Schwankungen bei der Umsetzung großer Soalrprojekte sind nichts Ungewöhnliches. Insgesamt dürfte die Strategie von First Solar aber aufgehen, verstärkt Solarfarmen zu errichten, dabei eigene Module zu verbauen und die Projekte dann mit attraktiver Marge zu verkaufen. Das dürfte auf Dauer zu verbesserten Jahresbilanzen führen, auch wenn Verzögerungen immer wieder einmal Quartalsbilanzen belasten können. Zumal der Konzern mittlerweile nicht nur in den USA über viele Referenzprojekte verfügt, sondern auch in anderen wichtigen Solarmärkten. Damit kann er von der weltweit stark steigenden Nachfrage besonders gut profitieren und hängt er nicht von wenigen Schlüsselmärkten ab. Wir bekräftigen unsere Kaufempfehlung und nennen als Kursziel 50 Euro.

First Solar: ISIN US3364331070 / WKN A0LEKM
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