Einblick in die Soalrzellenfertigung von SolarWorld. Der Rohstoff Silizium wird zu Ingots gebrannt, auf denen man Wafer schneidet und daraus Solarzellen fertigt. Diese bündelt man dann in Solarmodulen. / Quelle: Unternehmen

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Aktie von SolarWorld unter Druck - Verkaufsempfehlung

Die Bonner SolarWorld AG hat ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr kassiert. Der Solarkonzern begründete dies mit dem Ergebnis von Verhandlungen mit einem „wichtigen Rohstofflieferanten“. Offenbar musste sich die SolarWorld aus einer für sie ungünstigen bestehenden Abnahmeverpflichtung für Silizium herauskaufen. Silizium ist der wichtigste Rohstoff für die Produktion von Solarmodulen. Doch die Preise für diesen Rohstoff sind in den letzten Jahren stark gefallen und der Solarkonzern benötigt jetzt weitaus geringere Mengen davon als vor Jahren erhofft. Verklausuliert stellte SolarWorld die Vereinbarung wiefolgt dar: es sei ihr gelungen, „gelungen, ihre langfristigen Lieferbeziehungen auch mit diesem Partner auf eine neue vertragliche Grundlage zu stellen und die Versorgungssicherheit des Konzerns mit dem Rohstoff Silizium zu wettbewerbsfähigen Konditionen zu stärken.“

Die Liefervereinbarung wurde so umgestellt, dass die Bilanz von SolarWorld für das laufende Geschäftsjahr nach ihren Angaben mit einer niedriger zweistelligen Millionensumme belastet werde, so der Solarkonzern. Dies habe zwar keine Auswirkungen auf die flüssigen Mittel des Unternehmens. Für die zukünftige Liquidität der SolarWorld habe diese Vereinbarung sogar positive Auswirkungen. Aber das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde in 2014 entsprechend geringer ausfallen als angekündigt. Eine entsprechende Anpassung werde im Halbjahresbericht 2014 durchgeführt.

Im ersten Quartal hatten die Bonner das EBITDA gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 159,2 Millionen verbessert. Allerdings war dabei ein vorläufig ermittelter Gewinn aus der Erstbilanzierung der von der Bosch Solar Energy AG erworbenen Produktionsanlagen und weiteren Vermögenswerten in Höhe von 135,6 Millionen Euro eingerechnet. Beim operativen Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) ging der Quartals-Verlust auf Jahressicht deutlich zurück. Er lag mit 8,2 Millionen um 74,6 Prozent unter dem EBIT-Verlust im ersten Quartal 2013. Zum Bilanzstichtag 31. März 2014 verfügte SolarWorld nach eigenen Angaben über 321,4 Millionen Euro Eigenkapital.  Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres hatte der Solarkonzern ein negatives Eigenkapital von 243 Millionen Euro ausgewiesen. Die liquiden Mittel beleifen sich auf 183,3 Millionen Euro. Bis 2015 will SolarWorld im operativen Geschäft in die Gewinnzone zurückkehren.

Die Aktie von SolarWorld setzte auch heute ihren Sinkflug fort. Der Anteilsschein notierte um 10 Uhr im Xetra bei 12,6 Euro. ECOreporter.de hatte vor drei Monaten in einem  Aktientipp  auf die weiterhin bestehenden Probleme des Unternehmens hingewiesen und zum Verkauf der Beteiligung geraten. Seither hat der Anteilsschein ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Wir bekräftigen unsere Verkaufsempfehlung, da sich das Marktumfeld für SolarWorld nicht gebessert hat und die Bonner weiterhin den Anschluss an die Konkurrenten aus Fernost und den USA zu verlieren drohen.

SolarWorld AG:  ISIN DE000A1YCMM2
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