Wie sollten Anleger am besten auf Kursverluste direkt nach dem Kauf von Aktien reagieren? / Foto: Pixabay

12.10.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Aktien: Gerade erworben, schon fällt der Kurs - was tun?

Aussichtsreiches Unternehmen, Kerndaten in Ordnung, Nachhaltigkeit vorhanden - Aktie gekauft. Doch plötzlich fällt der Kurs. Wie sollten Anleger am besten reagieren?

Klar, sie können zum Beispiel die Aktien direkt wieder verkaufen. Nachteil: Es fallen erneut Transaktionskosten für den Verkauf beim Broker oder bei der Bank an. Weiterer Nachteil: Von einer eventuellen Kurserholung profitiert der Anleger nicht mehr. Bessere Variante:  Die Absicherung von Kursen – wie das geht, lesen Sie hier nach. 

Es gibt noch andere Möglichkeiten:

1. Der Anleger sitzt den Verlust aus und wartet ab, bis der Kurs sich wieder erholt. Die Anlagestrategie ist langfristig ausgelegt, kurzfristige Kursrückgänge fallen daher nicht ins Gewicht.

2. Der Anleger kauft Unternehmensanteile nach. So verbilligt er den Einstandskurs, da im Durchschnitt zu einem günstigeren Kurs Anteile eingekauft wurden.


Aktien zum gesunkenen Kurs nachkaufen

Billig nachkaufen, das kann man sich schönrechnen: So reduziert sich ja der durchschnittliche Kaufpreis einer Aktie im eigenen Depot. Doch wer im Kurs fallende Aktien ohne eine zuvor festgelegte Strategie nachkauft, geht eher eine Wette ein, als dass er planvoll investiert.

Nachkaufen sollte wirklich nur, wer von einer Aktie (auch nach deren plötzlichem Kurssturz) überzeugt ist. Wer strategisch handelt, hat sich ja vor einem Aktienkauf überlegt, wie viel Anteil eine bestimmte Aktie an seinem gesamten Depot haben soll. Ist die Aktie nach dem Kauf im Kurs gestürzt, kann es sinnvoll sein, noch so viele Wertpapiere nachzukaufen, dass der ursprünglich angepeilte Anteil am Depot erreicht wird.

Nachzukaufen kann allerdings auch eine eigene Strategie sein. Wer von einer Aktie grundlegend überzeugt ist, kann sich von vorneherein Termine festsetzen, an denen er bestimmte Summen in diese Aktie investiert. Möglich ist es beispielsweise, jedes Jahr vier Mal zu kaufen. Bei fallenden Kursen kommen Anleger später an günstigere Anteile, insgesamt sind so jedoch Kursschwankungen teilweise auszugleichen.

Halten und aussitzen als Königsweg?

Die verbilligten Aktien einfach im Depot liegen zu lassen und wieder auf steigende Kurs zu warten, ist eine weitere Möglichkeit. Häufig ist es die richtige Entscheidung für Aktienanleger. Denn diese Strategie ist mit wenig Kosten verbunden. Oftmals bekommen Aktionäre sogar noch eine Dividende gutgeschrieben. Dieser Effekt wird bei der Dividenden-Strategie genutzt (welche ECOreporter-Favoriten-Aktien sich für diese Strategie eignen, lesen Sie hier (Link entfernt)).

Zum anderen gibt es Chancen auf einen Kursanstieg. Doch auch hier gilt: Vor der Entscheidung zum Halten sollte die selbstkritische Analyse des Anlegers stehen. War die ursprüngliche Kaufentscheidung richtig? Sind die Fundamentaldaten weiterhin in Ordnung? Ist der sinkende Kurs also eher eine Laune der Börse? Dann: Halten! Oder war der Kauf schlicht eine falsche Entscheidung? Dann stehen Sie dazu.

Bevor Sie die Papiere direkt verkaufen, überlegen Sie sich aber noch Ihre steuerliche Situation: Wie wirkt sich der Kursverlust aus?
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