04.09.08 Finanzdienstleister

Aktuelle Studie: Immer mehr Reiche wollen nachhaltige Investments – Sarasin-Sprecher: „Investoren erwarten höchste Transparenz“

Die Bank Sarasin & Cie AG und KPMG International sind dem Bericht zufolge die Sponsoren der in Paris vorgestellten Untersuchung über die Präferenzen wohlhabender Privatpersonen, so genannter „High Net Worth Individuals“ (HNWIs). Eurosif schätzt den Anteil nachhaltiger Anlagen an den Portfolios europäischer HNWIs auf etwa acht Prozent (Stand: 31. Dezember 2007) und prognostiziert bis 2012 eine Steigerung auf 12 Prozent. Damit würde die Marke von einer Billion Euro überschritten, heißt es. Die häufigsten Investmentthemen der HNWIs sind laut Eurosif saubere Energien und Wasser.
Andreas Knörzer, Managing Director des Bereichs Sustainable Investment bei Bank Sarasin, erklärte: „Die Ergebnisse der Studie zeigen eindeutig, dass wohlhabende Anleger die treibende Kraft für die Entwicklung bei nachhaltigen Anlagen sind.“

Der Markt befinde sich gegenwärtig noch in einer frühen und wachstumsstarken Phase, so Eurosif weiter, 72 Prozent der Befragten hätten in den letzten zwölf Monaten einen Anstieg des HNWI-Anteils an den nachhaltigen Anlagen beobachtet. Trotz der jüngsten Marktturbulenzen seien 87 Prozent der Befragten der Meinung, dass der Anteil der nachhaltigen Investments in den nächsten drei Jahren zunehmen werde.

Tom Brown, European Head of Investment Management bei KPMG in Europa, sagte: “Letztendlich dürfte der internationale HNWI-Markt umfangreiches privates Kapital zur Verfügung stellen, welches die öffentlichen Gelder für Branchen, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftspraktiken mit Fokus auf die Nachhaltigkeit ergänzt.“

Das wachsenden Engagement von HNWIs hat laut dem Bericht drei Triebfedern:
- Das von dieser Personengruppe gehaltene Vermögen befinde sich auf einem Allzeithoch und dürfte noch weiter zunehmen.

- Innerhalb des Sektors sei ein deutliches Wachstum der Nachfrage nach Produkten zu beobachten, die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

- HNWIs berücksichtigten bei ihren Anlageentscheidungen zunehmend Nachhaltigkeitskriterien. Es setze sich verstärkt die Erkenntnis durch, dass Finanzerträge und Nachhaltigkeitsthemen miteinander vereinbar sind.

Harald Melzer, Sprecher der Bank Sarasin, erklärt gegenüber ECOreporter.de: „Die Kernaussage des Report ist: Es gibt eine wachsende Tendenz zum Nachhaltigen Investment im Bewusstsein der Wohlhabenden. Diese Anleger investieren nicht unbedingt immer direkt in Einzeltitel. Sie erteilen auch Mandate für das nachhaltige Management ihres Vermögens oder von Teilen davon.“

Wie hoch liegt die "nachhaltige Messlatte" der HNWIs? Das lasse sich nicht mit Ausschließlichkeit beantworten, sagt Melzer. Die Tendenz gehe jedenfalls zu einem ökologisch, sozial und ethisch reinen Ansatz. „Bewertungskriterien wie sie in der Sarasin-Sustainability-Matrix enthalten sind sollen konsequent umgesetzt werden. Investoren erwarten höchste Transparenz bei den Anlageempfehlungen“, so der Sarasin-Sprecher. Seinen Angaben zufolge ist parallel zum Umdenken bei den Großinvestoren auch bei den Unternehmen mehr Interesse an Nachhaltigkeit erkennbar. Melzer: „Mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass sich nachhaltiges Verhalten von Unternehmen wirtschaftlich positiv auswirkt. Und die Firmen realisieren: Sie gewinnen damit größere Attraktivität bei Investoren.“

Der Bericht kann eingesehen werden unter www.eurosif.org

Eurosif ist laut der Meldung ein paneuropäisches Netzwerk, das sich mit dem Thema der Nachhaltigkeit an den Finanzmärkten beschäftig
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