19.08.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Aktuelle Studie: Photovoltaikbranche wird weiter wachsen – drei Anlageempfehlungen

das Düsseldorfer Bankhaus Lampe vorgelegt hat. Nach Einschätzung von Analyst Frank Neumann ist derzeit unsicher, welche Technologie sich künftig durchsetzen wird. Der Hauptschwerpunkt liege noch auf kristalliner Siliziumtechnologie, mittelfristig könne er sich jedoch zu Gunsten der Dünnschicht-Technologie oder der Kombination aus beiden verschieben.

Ein wichtiges Kriterium für die Einschätzung von Chancen von Unternehmen der Photovoltaikbranche ist nach Ansicht des Analysten jedoch vor allem die Position in der Wertschöpfungskette. Demnach sind Equipmentlieferanten trotz einiger Herausforderungen vor allem dann aussichtsreich aufgestellt, wenn sie Zugang zum asiatischen Markt haben. Hier bestehe vor allem die Gefahr, dass zunehmend Produzenten aus der Halbleiterindustrie in den Markt eindringen und den Wettbewerb verschärfen. Frühestens Ende des Jahres dürfte hier mit größeren Zuwächsen bei den Auftragseingängen zu rechnen sein.

In einer etwas schwierigeren Situation stecken laut der Studie die Siliziumhersteller, die unter sinkenden Margen litten. Am besten könnten dies etablierte Hersteller verkraften, die in der Lage seien, kostengünstig zu produzieren. Weiter fallende Preise wiederum würden sich negativ auf die Dünnschichttechnologie auswirken, da diese damit einen Teil ihres Kostenvorteils einbüße.

Bei den Zellen- und Modulproduzenten geht Neumann davon aus, dass die Wirtschaftlichkeit für einige Hersteller kurzfristig nicht gegeben ist. Einerseits sinken die auf dem Markt erzielten Erlöse, andererseits existieren häufig langfristige Abnahmeverträge. Insgesamt seien die Produktionskosten zu hoch. Die Zellenproduktion werde mittelfristig in den Hochlohnländern nur noch mit hohem Automationsgrad profitabel sein, während die Modulproduktion wegen zu hoher Transportkosten weiter in der Nähe der Absatzmärkte bleiben dürfte. Insgesamt unterscheide sich bei Zellen- und Modulproduzenten die Qualität der Einzelunternehmen stark. Generell dürften jedoch die Margenniveaus früherer Jahre nicht mehr erreicht werden.

Profiteure der aktuellen Marktsituation sind der Studie zufolge die Händler, die nah am Kunden sind und zusätzliche Serviceleistungen anbieten. Doch auch hier wird es nach Meinung des Analysten mittelfristig zu sinkenden Margen kommen.

Die aktuelle Krise könne auch eine Chance darstellen. Denn die sinkenden Preise würden die so genannte Grid-Parity, also den Punkt, an dem solare Energie genauso viel kostet wie herkömmlich hergestellte, immer näher rücken lassen, was einen Nachfrageschub nach sich ziehen werde. Anleger sollten vor einem Investment prüfen, ob das Zielunternehmen drei Kriterien erfüllt: hohe Markteintrittsbarrieren, überschaubarer Margendruck und ein nachhaltiges Geschäftsmodell.

Kurz- und langfristig sieht Frank Neumann vor allem die Equipmenthersteller als gute Möglichkeit, in die Photovoltaik zu investieren. Als besonders aussichtsreich bewertet er die centrotherm photovoltaics AG, die PVA Tepla AG und die Roth & Rau AG.

Die centrotherm photovoltaics AG stellt Schlüsselequipment und schlüsselfertige Produktionslinien zur Herstellung von kristallinen Solarzellen und Dünnschichtmodulen her. Mit innovativen Konzepten sollen die Herstellungskosten pro Kilowatt peak weiter gesenkt werden. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt in den Wachstumsmärkten China, Indien und Korea. Frank Neumann hat seine Bewertung der Aktie von “halten” auf “kaufen” und sein Kursziel von 35 auf 38 Euro heraufgesetzt. Das Unternehmen sei in der Lage gewesen, sich umsatzseitig besser zu entwickeln als seine Konkurrenten. Mittelfristig wolle centrotherm seinen Kunden eine integrierte Fabrik zur Produktion von Solarmodulen anbieten. Auch wenn die Marktsituation sehr schwach sei, geht das Bankhaus Lampe davon aus, dass der Markt mittelfristig wieder anziehen wird und damit auch die Ergebnisse der centrotherm.

Die PVA Tepla AG verfügt über drei Unternehmenssektoren: Industriesysteme, Halbleitersystem und Solarsysteme. In letzterem werden vor allem Anlagen zur Herstellung hochwertiger Kristalle vermarktet, wobei man auf vier verschiedenen Produktionstechnologien zurückgreifen kann. Das Unternehmen bietet seinen Kunden individuelle Lösungen aus einer Hand an. Diese reichen von der Technologieentwicklung über die maßgeschneiderte Konstruktion und den Bau von Produktionsanlagen bis zum Kundendienst. Der derzeit schwache Auftragseingang vor allem im Solarsektor dürfte sich nach Meinung von Frank Neumann bis Jahresende erholen und maßgeblich für die Kursentwicklung sein. Der Analyst bewertet die Aktie mit dem Rating “kaufen” und sieht das Kursziel bei 6,50 Euro.

Die Roth & Rau AG stellt Anlagen für die Photovoltaik- und Halbleiterindustrie her. Zur Zeit arbeitet das Unternehmen an Beschichtungsanlagen, die den Wirkungsgrad von Solarzellen auf 18 Prozent und mehr steigern sollen. Die Technologie soll Ende des Jahres zur Verfügung stehen. Ab 2011 soll eine Technologie verfügbar sein, die den Wirkungsgrad auf über 20 Prozent steigert. Frank Neumann stuft die Aktie von “halten” auf “kaufen” hoch und erhöht sein Kursziel von 26 auf 27 Euro.

centrotherm photovoltaics AG: ISIN DE000A0JMMN2 / WKN A0JMMN
PVA TePla AG: ISIN DE0007461006 / WKN 746100
Roth & Rau AG: WKN A0JCZ5 / ISIN DE000A0JCZ51
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