21.08.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Aktuelle Studie rechnet mit Überangebot an Polysilizium in den kommenden Jahren - Preisverfall bei Solarmodulen prognostiziert

In einer umfangreichen Studie haben die US-amerikanischen Research-Unternehmen Greentech Media Inc und das Prometheus Insitute die zu erwartende Entwicklung in der Produktion von Polysilizium untersucht. Demnach sind Ende des Jahres die ersten Inbetriebnahmen von Siliziumfabriken zu erwarten, die 2005 bei Erkennen des Lieferengpasses geplant wurden.

Die sieben großen etablierten Siliziumproduzenten, darunter REC, MEM, Wacker und Hemlock, weiten demnach ihre Produktionskapazitäten in unterschiedlichem Maße aus. Zwar sei schon in 2008 mit den ersten zusätzlichen Lieferungen zu rechnen, doch werde der Großteil der erweiterten Produktion erst im nächsten Jahr auf den Markt gelangen, heißt es. Darüber hinaus gehende Kapazitätserweiterungen werden den Angaben zufolge bis 2012 zu mindestens einer Verdreifachung der Produktion führen. Bei manchen Firmen seien bei der Expansion leichtere Schwierigkeiten aufgetaucht, etwa bei MEMC in Pasadena oder bei REC, sie seien jedoch schnell überwunden worden.

Auch neue Produzenten können Erfolge vorweisen. So beurteilen die Autoren der Studie vor allem die Fähigkeit von DC Chemical in Korea und von LDK in China, den komplexen Bau groß angelegter Produktionsstätten von Null auf zu leisten, als beeindruckend. DC Chemical werde noch in diesem Jahr ihre 5000-Tonnen-Fabrik in Betrieb nehmen und plane eine weitere 10.000-Tonnen-Fabrik in den Jahren 2009 oder 2010. LDK komme mit einem ähnlichen Volumen genau so gut voran. Obwohl viele weitere neu Produzenten an den Start gingen, etwa in China, glauben die Studienautoren, dass etliche davon nicht schnell und groß genug sind, um wettbewerbsfähig zu sein. So verfüge Nitol in Russland zwar über eine 3.600-Tonnen-Fabrik, treffe aber trotz einer Minderbeteiligung von Suntech auf Schwierigkeiten, genügend finanzielle Mittel für einen weiteren Ausbau zu beschaffen.

Einen großen Auftrieb dürfte der Markt der Studie zufolge von Produzenten bekommen, die metallische Rohstoffe zu metallurgischem Silizium aufarbeiten. Elkem aus Norwegen, Dow Corning aus Brasilien und Timminco in Kanada hätten hier bedeutende Kapazitätsausweitungen angekündigt. Seien die Produkte derzeit noch in einer Mischform mit reinem Silizium verwendet worden, kündige sich an, dass sie bald auch als reiner Rohstoff zur Solarzellproduktion eingesetzt werden können. Die Vorteile lägen in einem geringeren Kapitalbedarf und kürzeren Realisierungszeiten für Kapazitätsausweitungen.

Insgesamt dürfte der Studie zufolge die gesamte Modulproduktion in den nächsten Jahren pro Jahr um 60 bis 70 Prozent nur für Polysilizium-Module und um 80 Prozent unter Hinzuziehung der Dünnschichtmodule steigen. Daraus resultieren werde 2010 ein Preisverfall der Module, da die Nachfrage geringer wachsen dürfte. Genaue Angaben über das Ausmaß des Preisverfalls dürften aber erst möglich sein, wenn über die Solarförderung in den USA und Spanien entschieden werde.

Insgesamt dürfte sich die Polysiliziumproduktion der bereits bestehenden Produzenten von 37.000 Tonnen im Jahr 2007 auf 97.000 Tonnen im Jahr 2012 steigern. Diese Kapazität erhöhe sich durch neue Produzenten und alternative Technologien von 41.000 Tonnen 2007 auf 145.000 Tonnen 2012. Silizium für den Solarsektor dürfte sich von 30.000 auf 125.000 Tonnen im Jahr 2012 steigern. Das Equivalent in Megawatt peak steigt demnach von 3300 auf 16.700.

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