17.08.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Aktuelle Studie untersucht Verhalten von Großunternehmen beim Umgang mit dem Klimawandel

Machen Großunternehmen Fortschritte beim Umgang mit dem Klimawandel? Laut einer Meldung der imug Beratungsgesellschaft für sozial-ökologische Innovationen mbH, Hannover, hat EIRIS, Partner von imug bei Nachhaltigkeitsratings, in einer aktuellen Recherche die 300 weltweit größten Unternehmen hinsichtlich ihres Umgangs mit den Herausforderungen des Klimawandels untersucht. Die aktuell erschienene Studie „ Climate Change Compass: The road to Copenhagen“ analysiere im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 die 300 größten Unternehmen, gelistet im FTSE All World Index, so imug. Sie stelle fest, dass immer noch ein gutes Drittel der Unternehmen, die unternehmensbezogenen Risiken des Klimawandels nicht aktiv angeht.

Die Studie kommt den Angaben zufolge zu folgenden Ergebnissen:

Unternehmen nehmen den Klimawandel ernster, jedoch ist ein größeres Engagement nötig.
- Über ein Drittel (35,6 Prozent) der 300 weltweit größten Unternehmen hat durch seine Geschäftstätigkeit einen hohen oder sehr hohen Einfluss auf das Klima. Von diesen unternehmen 33 Prozent keinerlei Anstrengungen, die Risiken des Klimawandels bezogen auf das eigene Unternehmen zu minimieren.
- 99 Prozent derjenigen Unternehmen, die einen hohen oder sehr hohen Einfluss auf den Klimawandel haben, veröffentlichen eine offizielle Stellungnahme, in der sie erklären, wie sie den Herausforderungen begegnen wollen (im Vergleich zu 84 Prozent im Jahr 2008). Diese Steigerung kann durch eine zunehmende Sensibilisierung sowohl bei den Unternehmen selbst als auch bei Investoren erklärt werden.
- Fast drei Viertel der Unternehmen (im Vergleich zu 61 Prozent im letzten Jahr) bekennen sich zur Einhaltung internationaler Zielvorgaben und Regulierungen.


Die Autoren der Studie betonen, dass Anleger in die Lage versetzt werden müssen, den Einfluss des Klimawandels auf ihre Portfolios sowohl aktuell als auch in der zukünftigen Entwicklung bemessen zu können. Das Thema Klimawandel muss zudem in Investmentstrategien integriert werden und auf der Agenda bei Hauptversammlungen oder bei der Ausübung von Aktionärsstimmrechten auftauchen.

In der neuesten EIRIS‘ Studie werden folgende Risiken und Chancen des Klimawandels für Unternehmen und Investoren identifiziert:
Regulatorische Herausforderungen - Kopenhagen vermag eine Reihe von Veränderungen in nationaler und internationaler Gesetzgebung zur Reduktion von Treibhausgasemissionen hervorbringen. Mögliche Umweltsteuern und Compliance Kosten müssen hierfür in der Unternehmensbewertung berücksichtigt werden.
- Die Dynamik des Markes –höhere und schwankende Energiekosten treffen insbesondere energieintensive Branchen. Veränderte Einstellungen der Verbraucher und neue Nachfragemuster eröffnen aber auch Möglichkeiten für neue Technologien, Produkte und Absatzmärkte.
- Wechselnde Wetterlagen – Der gesicherte Zugang zur Wasser- und Energieversorgung, die materiellen Risiken des Klimawandels sowie Anlageverluste durch extreme Wetterereignisse wirken sich auf die Kostenstruktur von Unternehmen aus.
- Reputation – Die Wahrnehmung von Kunden, Mitarbeitern, Investoren und der Gesellschaft üben einen verstärkten Einfluss auf den Markenwert aus.

Angesichts der wachsenden Bedeutung des Klimawandels und damit einhergehenden Auswirkungen auf die langfristige Unternehmensperformance wird es zunehmend als treuhänderische Verantwortung des Anlegers gesehen, den Klimawandel in seine Anlagestrategie mit einzubeziehen.

Der gesamte Bericht ist hier abrufbar: Opens external link in new windowMausklick
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