31.07.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Aktuelle Studie: wachsende Bedeutung nachhaltiger Investments bei Anlegern

Mit dem Begriff Nachhaltigkeit verbinden zahlreiche Anleger vor allem die Themenbereiche erneuerbare Energien, gesellschaftlich verantwortliche Unternehmensführung und Umweltschutz. Das ist eines der Ergebnisse einer Online-Umfrage zum Thema nachhaltige Investments und Nachhaltigkeitsfonds, die die Feri EuroRating Services AG von Anfang Dezember 2008 bis Anfang Januar 2009 durchgeführt hat. An der Befragung nahmen laut Feri insgesamt 560 meist sehr erfahrene Fondsanleger teil. Aus den Ergebnissen erstellte die Bad Homburg Ratingagentur eine Studie zu nachhaltigen Investments und Nachhaltigkeitsfonds aus Anlegerperspektive.

Knapp 50 Prozent der Befragten unterstützen demnach den oben genannten Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit, erneuerbaren Energien, gesellschaftlich verantwortlicher Unternehmensführung und Umweltschutz. Weitere Themenfelder, die die Anleger laut Feri mit dem Begriff der Nachhaltigkeit verknüpften sind die Einhaltung der Menschenrechte, der Kampf gegen den Klimawandel (jeweils rund 28 Prozent) sowie der faire Handel (21 Prozent). Fast 35 Prozent aller Befragten halten die Berücksichtigung ethischer, ökologischer und sozialer Faktoren bei Anlageentscheidungen grundsätzlich für sinnvoll, weitere sieben Prozent sogar für sehr sinnvoll. Rund 47 Prozent betrachten diese Kriterien für Anlageentscheidungen als nur eingeschränkt sinnvoll, neun Prozent halten sie für sinnlos.

Wie es weiter heißt, halten drei Viertel aller Umfrageteilnehmer die Kriterien für Nachhaltigkeit für „so inhomogen und undurchsichtig, dass eine Beschäftigung mit ihnen einen viel zu hohen Aufwand erfordert“. Eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent aller Umfrageteilnehmer sei derzeit nicht in Nachhaltigkeitsfonds investiert. Bei gut 16 Prozent liege der Anteil dieser Fonds an ihrem persönlichen Anlageportfolio im Bereich bis fünf Prozent, bei weiteren rund sieben Prozent betrage er zwischen fünf und zehn Prozent. Sechs Prozent aller Umfrageteilnehmer hätten mehr als zehn Prozent ihres Anlagevermögens in Nachhaltigkeitsfonds investiert.

Fast 42 Prozent aller befragten Anleger wissen derzeit noch nicht, ob sie den Anteil der Nachhaltigkeitsfonds an ihren Anlageportfolios während der kommenden zwei bis drei Jahre verändern werden; 26 Prozent planen eine Erhöhung, jeweils gut ein Prozent eine starke Erhöhung bzw. eine Reduzierung. Rund 29 Prozent wollen den entsprechenden Anteil konstant halten, was teilweise konstant gleich Null bedeutet.

Knapp 13 Prozent aller befragten Anleger bezeichnen den Angaben zufolge ihre bisherigen Erfahrungen mit Nachhaltigkeitsfonds als „gut“ oder „sehr gut“, weitere 22 Prozent als „uneinheitlich“. Weniger als acht Prozent gaben an, eher enttäuschende oder schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Gut 58 Prozent haben bisher noch keine ausreichenden Erfahrungen mit dieser Fondsgattung gemacht.

Fast 62 Prozent aller Umfrageteilnehmer stimmen der Behauptung zu, dass konventionelle Investmentfonds mittel- und langfristig im Durchschnitt höhere Renditen erzielen als Nachhaltigkeitsfonds.

Die Ergebnisse der Umfrage liefern laut Feri an mehreren Stellen Hinweise dafür, dass mit zunehmender Bedeutung, die der Rendite bei Anlageentscheidungen beigemessen wird, ökologische Faktoren tendenziell eine geringere Rolle spielen. Rund 64 Prozent aller in Nachhaltigkeitsfonds engagierten Umfrageteilnehmer sind demnach der Meinung, dass diese Fonds „einen wichtigen Beitrag zur Lösung sozialer, ökologischer und ethischer Probleme“ leisten. Unter den aktuell nicht investierten Umfrageteilnehmern werde diese Auffassung nur von 46 Prozent vertreten. Pictet (95 Prozent) und Sarasin liegen an der Spitze der Rangliste der Fondsgesellschaften, mit deren Nachhaltigkeitsfonds die Umfrageteilnehmer weit überwiegend gute oder sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Überdurchschnittlich positiv haben in dieser Hinsicht auch Swisscanto, Black Rock/Merrill Lynch, SAM (Sustainable Asset Management) und Pioneer abgeschnitten.

Die höchste Kompetenz bei der Verwaltung von Nachhaltigkeitsfonds schreiben die Umfrageteilnehmer Sarasin, SAM, Ökoworld und Pictet zu, deren durchschnittliche Bewertungen allesamt zwischen „gut“ und „sehr gut“ angesiedelt sind.

Nach Meinung von 58 Prozent aller Befragten werden die in Nachhaltigkeitsfonds angelegten Mittel in den kommenden drei bis fünf Jahren moderat steigen, weitere neun Prozent rechnen sogar mit einem starken Anstieg. Rund 18 Prozent erwarten, dass das in Nachhaltigkeitsfonds verwaltete Vermögen in etwa gleich bleiben wird, nicht einmal zwei Prozent prognostizieren einen Rückgang. Fast 63 Prozent aller Umfrageteilnehmer gehen nicht davon aus, dass Nachhaltigkeitsfonds nur ein Modethema sind und relativ schnell wieder von der Bildfläche verschwinden werden.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x