02.09.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

aleo Solar AG hofft auf gute Geschäfte in Griechenland - zu Recht?

Die Oldenburger aleo solar AG setzt weiter auf den griechischen Solarmarkt. Das Unternehmen mit Sitz in Oldenburg und Prenzlau hatte im April ein Vertriebsbüro in Athen eröffnet. Nach eigenen Angaben hat es in diesem Jahr bereits mehr als 2.000 Kilowatt (kW) Solarmodule nach Griechenland geliefert. „Wir profitieren von unserer starken Marke und der engen Zusammenarbeit mit einheimischen Partnern“, erklärte dazu Norbert Schlesiger, Gesamtvertriebsleiter der aleo solar. Der griechische Solarmarkt in sei für sein Unternehmen sehr interessant und biete „ein enormes Potential“. Er werde vor allem durch die guten Rahmenbedingungen des griechischen Einspeisegesetzes unterstützt. Erst kürzlich sei ein Sonderprogramm zur Förderung von Aufdachanlagen verabschiedet worden.

Auch die deutsche Tochter der börsennotierten Sharp Corporation, Sharp Electronics (Europe) GmbH, beurteilt Griechenland als attraktiven Markt für Photovoltaikanlagen. Das Land verfüge über großes Photovoltaikpotenzial, die bisher installierte Solarleistung sei gering. Die Neuregelung des griechischen Photovoltaikgesetzes saus diesem Jahr schaffe bessere Bedingungen. Gemäß den vom griechischen Parlament verabschiedeten Regelungen gibt garantierte Einspeisevergütungen von 40 bis 50 Cent pro Kilowattstunde über 20 Jahre. Die jährliche Deckelung von 0,8 Gigawatt für Neuinstallationen wurde aufgehoben. Bis 2010 soll es keine Degression des Einspeisetarifs geben. Anlagenbauer haben zudem eine Realisierungsfrist von 18 Monaten nach Antragsbewilligung – so könnten sie bei einer Installation praktisch bis Anfang 2012 mit der jetzigen Vergütung rechnen.

Peter Thiele, Executive Vice President Sharp Energy Solution Europe (SESE), sagte: „Vor allem die Aufhebung der Zubaugrenze ist ein großer Fortschritt und bestätigt unsere Strategie, auf Griechenland als Zukunftsmarkt zu setzen.“ Nach Maßgaben der Europäischen Union muss Griechenland bis 2010 einen Anteil von 20,1 Prozent des Gesamtstrombedarfs aus Erneuerbaren Energien decken – verglichen 12,1 Prozent in 2006.

Gegenüber ECOreporter.de warnte dagegen Dr. Martina Ecker, Clean Tech-Expertin der Investmentbank Jefferies, vor einer optimistischen Einschätzung des griechischen Solarmarktes. Dort ersticke die Bürokratie die Entwicklung. Der Aufwand für Genehmigungsverfahren sei „doppelt bis dreimal so hoch wie woanders“, meint etwa Wolf-Rüdiger Stahl, Leiter der Abteilung Project Finance Renewables bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Diese erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr im Segment Photovoltaik ein Neugeschäftsvolumen von etwa 500 Millionen Euro und hat auch in Griechenland Projekte realisiert.

aleo solar AG: WKN A0JM63 / ISIN DE000A0JM634

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