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Alles im Griff? - REpower-Vorstand erläutert Wachstumsstrategie

Trotz eines schwierigen Marktumfeldes will der Windkraftanlagenhersteller REpower AG im Geschäftsjahr 2009 bei Umsatz und Gewinn deutlich zulegen. Das hat CEO Hornung Pedersen heute auf einer Analystenkonferenz bekräftigt. Bereits am Donnerstag hatte das Unternehmen für das neue Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 30 bis 35 Prozent prognostiziert. Die EBIT-Marge soll auf 7,5 bis 8,5 Prozent klettern (wir Opens external link in new windowberichteten). Pedersen sieht REpower für die Zukunft aussichtsreich aufgestellt. Der Windturbinenbauer habe mit einem Auftragsbestand von über einer Milliarde Euro eine Größe erreicht, die deutliche Skaleneffekte ermögliche. Unter anderem könne er aufgrund der hohen Abnahmemengen bei Zulieferern mittlerweile attraktive Konditionen aushandeln. Auch habe sich durch Veränderungen im Produktmix von REpower die Gewinnmarge verbessert.

Der CEO sieht das Unternehmen durch die Finanzkrise bislang noch nicht beeinträchtigt. Auf Nachfrage gab er sich davon überzeugt, von Banken genügend Kapital zur Finanzierung weiteren Wachstums zu erhalten. Man führe darüber Verhandlungen mit Finanzinstituten. Zwar verzögere sich die Einigung mit ihnen, dass sei jedoch kein Hinweis auf Probleme. Vielmehr erfolge seitens der Banken in diesen Tagen der Bankenkrise eben eine sehr aufwändige Prüfung aller Aspekte, ehe es eine Zusage gebe. Pedersen räumte aber ein, dass weltweit bei den Neuinstallationen von Windrädern in 2009 mit einem deutlich geringeren Wachstum zu rechnen ist. Er betonte, dass REpower bislang noch keine Rücknahme von Aufträgen verzeichne. Es habe lediglich Projektverschiebungen vom 3. ins 4. Geschäftsquartal gegeben. Das aber sei der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Deutschland geschuldet. Die darin festgelegte Vergütung für Windstrom sei seit Jahresbeginn höher, so dass Kunden ihre Projekte in die ersten Wochen des laufenden Jahres verschoben hätten. Das Geschäftsjahr von REpower endet mit dem 31. März 2009.

Für die Zukunft erhofft sich die REpower-Führung gute Geschäfte in den Bereichen Repowering und Offshore. Laut Pedersen könnte sich schon ab 2010 ein Trend dazu entwickeln, alte Windkraftanlagen durch neue und leistungsstärkere zu ersetzen. Solches Repowering erzeuge dann eine zusätzliche Nachfrage. Der CEO trat Befürchtungen entgegen, dass die Finanzkrise es erschweren wird, Windparks auf See zu errichten. Zwar seien solche Offshore-Projekte sehr kostspielig. Aber es seien ja vor allem große Energiekonzerne daran interessiert. Diese aber seien finanziell so stark aufgestellt, dass sie auch in diesen Krisenzeiten solche Projekte stemmen könnten. Allenfalls könnten die Offshore-Windparks mit geringer zeitlicher Verzögerung umgesetzt werden. Doch Pedersen sieht bei den Energiekonzerne eine ungebrochen hohe Motivation, durch Windparks auf See ihren Energiemix klimafreundlicher zu gestalten. Denn ab 2013 würden sie keine kostenlosen Emissionszertifikate für den EU-weiten Emissionshandel erhalten und müssten diese teuer einkaufen. Durch einen erhöhten Grünstromanteil könnten sie diese Unkosten deutlich verringern.

Laut Pedersen rechnet REpower erst für das kommende Jahrzehnt mit einem größeren Auftragseingang für Offshore-Windturbinen. Dafür aber habe sich das Unternehmen mit seiner Technologie aussichtsreich aufgestellt. Er verwies zudem auf die Klimaziele der EU. Diese seien ohne einen starken Ausbau der seegestützten Windkraft nicht zu erreichen. Auf Nachfrage von ECOreporter.de erklärte der CEO, dass das Unternehmen flexibel reagieren könne, wenn das Offshore-Geschäft nicht wie erwartet anläuft. Die Produktionsstätten seien so angelegt, dass die Fertigung ohne Weiteres auf Anlagen umgestellt werden könne, die für die Installation an Land ausgerichtet sind.
Aktuell erwirtschaftet REpower 80 Prozent der Umsätze im Ausland. Eigene Büros unterhält das Unternehmen vor allem in Europa, aber auch auf anderen Kontinenten. So ist es etwa in den USA, in China und in Australien präsent. Wie Pedersen ausführte, setzt REpower vor allem auf einigen europäischen Märkten auf ein starkes Wachstum in 2009. Explizit nannte er Frankreich, Italien und Polen als Länder, die kurzfristig besonders viel versprechend seien.


REpower Systems AG: ISIN DE0006177033 / WKN 617703
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