04.07.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Also doch - Masterflex AG rückt mit Negativmeldung heraus, Aktie erneut unter Druck

Erst am Montag hatte eine Unternehmenssprecherin der Masterflex AG gegenüber ECOreporter.de betont, dass das Unternehmen aus Gelsenkirchen sich fortan auf das Kerngeschäft konzentrieren will (per Mausklick gelangen Sie zu dem Beitrag). Wir hatten bei der Spezialistin für Verbindungs- und Schlauchsysteme aus High-Tech-Kunststoffen nach Erklärungen für den Kurseinbruch der Masterflex-Aktie am Wochenbeginn gefragt. Die Firmensprecherin hatte erklärt, es gebe dafür keinen aktuellen Anlass.

Heute hat das Unternehmen mitgeteilt, dass es Wertberichtigungen in Millionenhöhe durchführen muss. Im Rahmen der Prüfung aller nicht zum Kerngeschäft High-Tech-Schlauchsysteme gehörenden Aktivitäten habe man „neue Erkenntnisse über einzelne Projekte erhalten“. So ziehe man sich aus einem Start-up-Unternehmen zurück, das ein neuartiges Hochtechnologieverfahren zur Beschichtung von Oberflächen entwickelt und dem Masterflex ein Darlehen gewährt habe. Aufgrund enttäuschter Erwartungen auf eine zügige Markteinführung und zukünftig zu erwartender Liquiditätsschwierigkeiten des Start-up- Unternehmens habe man beschlossen, die Wertberichtigung bei den Geschäftsanteilen und den Forderungen gegen die Gesellschaft in Höhe von insgesamt 6,2 Millionen Euro vorzunehmen. Zusätzlich habe man Rückstellungen in Höhe von 0,3 Millionen Euro gebildet. Diese Option habe Masterflex bereits im Risikobericht des Geschäftsberichts 2007 erwähnt.

Auch das Projekt 'Beatmungsmaske LaryVent' wird dem Unternehmen zufolge vollständig abgeschrieben und nicht weiter verfolgt. Die vorgenommene Wertberichtigung beziffert Masterflex mit 1,1 Millionen Euro. Eine Teilwertberichtigung auf diverse Fremdleistungen in Höhe von 0,8 Millionen Euro habe an zudem beim Projekt  'Schlauchinnenbeschichtung' vorgenommen, teilte die Gesellschaft weiter mit. Hier sei man unzufrieden mit dem Entwicklungsfortschritt, wolle verstärkt auf eigene Kompetenzen in diesem Projekt setzen. Nach eingehender Prüfung bestehe nun „weder bei den erwähnten noch bei anderen wesentlichen Entwicklungsprojekten der Masterflex AG weiterer Abschreibungsbedarf“.

Bis 10:30 Uhr verlor die Aktie der Gelsenkirchener weiter an Wert. In Frankfurt verbilligte sie sich um 4,5 Prozent auf 12,31 Euro. In dieser Woche sank der Aktienkurs damit um rund 12 Prozent, auf Jahressicht beträgt das Minus sogar mehr als 40 Prozent.

Masterflex AG: WKN 549293 / ISIN DE0005492938

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