Modulproduktion bei First Solar. / Quelle: Unternehmen

  Aktientipps

Analyst senkt Daumen für Aktie von First Solar

Mit einem Kurs von 46,9 Euro notiert die Aktie von First Solar heute im Xetra um 11 Uhr zwar immer noch rund 320 Prozent über dem Vorjahreskurs. Doch seit der Solarkonzern aus Tempe im US-Bundesstaat vor knapp vier Wochen eine enttäuschende Zwischenbilanz für das erste Quartal veröffentlicht hat, schwindet offenbar das Vertrauen der Börsianer in das Unternehmen. Dessen Aktie hat seither ungefähr ein Fünftel an Wert eingebüßt.

First Solar hat im ersten Quartal einen Nettoverlust in Höhe von 70,1 Millionen Dollar erwirtschaftet nach einem  Nettogewinn von fast 140 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Es war der erste Quartalsverliust seit drei Jahren. Der Quartalsumsatz hat sich mehr als halbiert, von über 950 Millionen auf 469,2 Millionen Dollar. Chief Executive Officer (CEO) Jim Hughes erklärte den Einbruch vor allem damit, dass First Solar Photovoltaikprojekte in das Gemeinschaftsunternehmen 8point3 Energy Partners LP einbringt, das zusammen mit der Konkurrentin SunPower gegründet wurde (wir  berichteten). Das habe die Einnahmemöglichkeiten aus etlichen Großprojekten verringert. Vor diesem Hintergrund sei das erste Quartal als Übergangsperiode einzuschätzen.

Mahesh Sanganeria, Analyst vom US-Investmenthaus RBC Capital Markets, bezweifelt jedoch, dass First Solar das Wachstumsziel von 19 Prozent für das Gesamtjahr erreichen kann. Dem Konzern drohe vielmehr Stagnation aufgrund sich erschwerender Wettbewerbsbedingungen. Sanganeria stuft seine Einschätzung der Aktie von „Halten“ auf „Verkaufen“ herab. Sein Kursziel für die nächsten zwölf Monate kappt er von 54 auf 34 US-Dollar; das sind umgerechnet 31,2 Euro.

Der Analyst argumentiert, dass First Solar zunehmend seinen Kostenvorteil bei Solarmodulen einbüße. Das Unternehmen ist der weltweit größte Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen. Diese sind zwar weniger leistungsstark als herkömmliche Solarmodule auf Siliziumbasis. Sie lassen sich aber auch mit deutlich weniger Aufwand produzieren, weshalb sie lange sehr viel billiger waren als Silizium-Solarmodule. Vor allem für Investoren, die sehr große Solarprojekte planen und daher sehr viele Solarmodule benötigen, war daher die Technologie von First Solar bislang sehr attraktiv. Vor allem wenn ihre Solarkraftwerke an sonnenreichen Standorten umgesetzt werden, wo Nachteile bei der Leistung der Module wenig ins Gewicht fallen. Doch in den letzten Jahren haben sich herkömmliche Solarmodule enorm verbilligt und ist der Preisvorteil von First Solar geschrumpft. Der Konzern muss daher seinen Kunden bei Preisverhandlungen immer stärker entgehenkommen, befürchtet der Analyst von RBC Capital Markets.

First Solar ist auch einer der größten Solarprojektierer, als solcher vor allem in den USA aktiv. Dabei verbaut das Unternehmen vor allem Module aus eigener Produktion. Weil hier ebenfalls der Kostenvorteil immer geringer wird sieht Sanganeria auch hier den Konkurrenzdruck wachsen. Der Konzern müsse in diesem Segment ebenfalls seine Preise weiter senken und könne daher immer weniger Marge erzielen.

First Solar Inc: ISIN US3364331070 / WKN A0LEKM
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