Der finanziell schwer angeschlagene Bau- und Ökostromriese Abengoa SA will einige Unternehmensteile zu Geld machen, auch aus dem Bereich Erneuerbare Energien. / Im Bild: ein Solarpark des Unternehmens

27.01.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Angeschlagene Abengoa SA: Neue Pläne für frisches Geld

Im Kampf ums wirtschaftliche Überleben und gegen die Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens will der spanische Ökostromriese Abengoa SA offenbar „substantielle Unternehmensteile“ zu Geld machen. Ergebnisse der Verhandlungen mit den Geldgebern, hat der Konzern noch nicht veröffentlicht. Allerdings drängt die Zeit.

Die Führung der unter Gläubigerschutz gestellten Abengoa SA hat einen Plan verabschiedet, der dem Konzern aus Sevilla die kurzfirstige Fortführung der Geschäfte ermöglichen soll. In einer kurzen Notiz dazu erklärt der Vorstand, dass dieser Plan der zuständigen Börsenaufsicht präsentiert wurde. Demnach hat dieser Plan nichts mit den laufenden Verhandlungen von Abengoa mit seinen Geldgebern zu tun. Details zu konkreten Inhalten dieses vorgelegten Plans gibt Abengoa in der aktuellen Notiz selbst nicht.

Allerdings erklärt Abengoa in einer Pressemittelung dazu, dass das Unternehmen sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren als Baukonzern und Infrastrukturprojektierer konzentrieren will. Diese Strategie beinhalte, die Aufgabe randständiger Betätigungsfelder „inklusive derer die mit Biokraftstoffen der ersten Generation“ zu tun haben, heißt es. Ziel sei es, den Umsatz so auf zwei Drittel des Niveaus von 2014 zu bringen, so Abengoa weiter. Damals erzielte der Konzern 7 Milliarden Euro Umsatz. 
Die Zeit wird knapper, denn seit Anfang Dezember 2015 ist klar, dass Abengoa rund 100 Millionen  Euro frische Liquidität braucht, um die Geschäfte kurzfristig weiterzuführen (mehr lesen Sie  hier (Link entfernt)). Ob der neue Plan dabei helfen kann, ist offen. Denn schon im September 2015 hatte Abengoa versucht, Teile der Nebengeschäftsfelder, vor allem in Lateinamerika, zu verkaufen - mit wenig Erfolg.

Parallel zum neuen Plan verhandelt Abengoa weiter mit seinen Geldgebern über Umschuldungsmöglichkeiten. Zum Start des laufenden, vorläufigen Insolvenzverfahrens wurde der Schuldenstand auf acht Milliarden Euro beziffert (ECOreporter.de  berichtete). Ergebnisse dieser Verhandlungen will Abengoa bis spätestens Ende März präsentieren.

Abengoa SA: ISIN  ES0105200002/ WKN A1JSBM
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