Singulus baut Maschinen für die Solarindustrie. / Foto: Unternehmen

18.11.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Angeschlagene Singulus erwartet massiven Millionenverlust

Der finanziell schwer angeschlagene Solarausrüster Singulus Technologies AG schreibt weiter tiefrote Zahlen. Allerdings fiel die Bilanz für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2015 deutlich besser aus als im Vorjahr.  Die Prognosen sehen dennoch düster aus und die Anleger stehen vor neuen Abstimmungsrunden über das angekündigte Sanierungskonzept.

Die Singulus Technologies AG aus Kahl am Main hat das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2015 mit mehr Umsatz und weniger Verlust vor Steuern und Zinsen (EBIT) beschlossen. Zugleich übertrifft der Wert des Auftragsbestands den des Vorjahreszeitraums deutlich. Das gab Singulus Technologies jetzt mit einer testierten Bilanz  bekannt.

In den ersten neun Monaten 2015 verbuchte Singulus demnach mit 57,7 Millionen Euro 9,3 Prozent mehr Umsatz als im Vergleichszeitraum 2014. Zugleich reduzierte die Spezialistin für Maschinen zur Herstellung von Solartechnik und DVD- sowie Blu-Ray-Speichermedien den EBIT-Verlust um 64 Prozent auf 13,9 Millionen Euro.  Noch deutlicher zeigte sich die Positiventwicklung im dritten Quartal. Hier kletterte der Umsatz 25,8 Prozent auf 28,5 Millionen Euro während der EBIT-Verlust auf 4,1 Millionen Euro zurückging. Im Vorjahresquartal war der EBIT-Verlust noch knapp sechsmal so hoch ausgefallen.

Ebenfalls deutlich besser verlief das Neugeschäft. Allerdings schwächelte das dritte Quartal 2015 dabei.  Zwar lag der Wert der neuen Aufträge der ersten drei Quartale zusammen mit 84,4 Millionen Euro 74 Prozent über dem Niveau im Vorjahreszeitraum. Das dritte Quartal steuerte dazu mit 11,3 Millionen Euro aber weniger als halb so viel bei wie 2014. Der Wert des Auftragsbestands kletterte auf 40,7 Millionen Euro nach 15,9 Millionen zum Bilanzstichtag des Vorjahres.

Während das Geschäft mit Kunden aus der Photovoltaikbranche angezogen sei, habe Singulus im bisherigen Jahresverlauf unter ausbleibenden Aufträgen für Blu-Ray-Produktionsmaschinen gelitten, erklärte der Vorstand. Außerdem wiesen die Verantwortlichen daraufhin, dass die Ausgaben im operativen Geschäft weiterhin höher lagen als die Einnahmen.  Damit schmolzen die Barreserven von Singulus Technologies weiter zusammen. Sie lagen aktuell noch bei 16,6 Millionen Euro nachdem sie Ende 2014 noch mehr als doppelt so hoch waren (35,8 Millionen Euro).

Vor diesem Hintergrund senkte der Vorstand nochmals die Prognose für das Gesamtjahr 2015: Zu erwarten sei „ein über dem Vorjahr liegender Umsatz“ und ein „deutlich negatives EBIT“, das allerdings wohl über dem Vorjahreswert von minus 49 Millionen Euro liegen  werde.

Anleger müssen nochmals abstimmen – Vorstand hofft auf Kapitalschnitt im Sommer

Die Führung der Singulus Technologies AG strebt seit Monaten einen Kapitalschnitt an. Das heißt, die Anleihegläubiger des Unternehmens sollen ihre Anleihen in Aktien tauschen, während die Altaktionäre aus dem Unternehmen ausscheiden. Während die Aktionäre den bisherigen Plänen schnell zugestimmt hatten, bescherten die Anleihegläubiger Singulus eine Hängepartie (ECOreporter.de  berichtete). Jetzt hat Singulus erklärt, das geplante Sanierungskonzept mit dem gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger abstimmen zu wollen, um es bis Juni 2016 mittels mehrerer Abstimmungen der Anleger auf den Weg zu bringen.

Singulus Technologies AG:ISIN DE0007238909 /WKN 723890

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