Hilfe für geschädigte Windkraft-Investoren verspricht ein neuer Anlegerverein. / Foto: Pixabay

30.11.17 Anleihen / AIF

Anlegerschutz WindEnergie: Neuer Verein für geschädigte Investoren

Ein neuer Verein für Anlegerinteressen nimmt seine Arbeit auf. Der Anlegerschutz WindEnergie e.V., kurz AWE, will - wie er es nennt - Fehlentwicklungen, Korruption und Missmanagement bei Windkraft-Investments aufzeigen, verhindern und betroffenen Investoren helfen.

Alle AWE-Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich, der Verein werde durch Beiträge und Spenden finanziert, sagt Vorstand Dr. Christian Herz. "Zunächst bieten wir eine Plattform an, um den Austausch untereinander zu fördern", teilte Herz gegenüber ECOreporter.de mit. "Ferner stellen wir Kontakte zu Experten, Beratern, Anwälten, anderen betroffenen Anlegern usw. her und stellen Informationen, Ratgeber und Seminarangebote zur Verfügung." Auch eine Rechtsberatung für Mitglieder sei in Planung.

Leistungsbilanzen transparenter machen

Ein Ziel sei auch mehr Transparenz im Grauen Kapitalmarkt: Mit Leistungsbilanzen der Initiatoren und Einzel-Analysen des Windpark-Nutzens für Anleger wolle der AWE Aufklärung leisten. "Darüber hinaus werden Branchen-Kennziffern als Basis für Betriebsvergleiche bekanntgemacht, damit Anleger die Qualität ihrer laufenden Beteiligungen und neue Windpark-Angebote beurteilen können", so Herz. Ein "Schwarzbuch Windenergie" mit Beispielen schlechter Praxis sei ebenfalls in Arbeit.

Es existierten exzellent laufende Windparks, die ihre Prognosen sogar noch übertreffen, so der AWE. Der Verein spricht aber auch von Fällen, in denen Windkraft-Anleger geprellt würden. "Die Dunkelziffer ist sehr hoch. Vieles bleibt leider unentdeckt und unsanktioniert, weil viele Anleger ihre Rechte nicht kennen oder Angst vor den Auseinandersetzungen haben", erklärt Herz.
 
Die Schädigung der Windpark-Anleger erfolgte und erfolge weiterhin auf verschiedenen Wegen, sagte Herz, und nannte als Beispiele unter anderem den Prospektbetrug sowie Untreuehandlungen der Geschäftsführungen: Etwa wenn diese auf eigene Rechnung Absprachen mit Grundeigentümern gegen die Interessen der Windpark-Eigentümer träfen.

Kriterien der Investments prüfen

Anlegern, die in Windkraft investieren wollen, rät Herz: "Achten Sie auf die Qualität der vorherigen Projekte. Wer keine Leistungsbilanz veröffentlicht, hat etwas zu verbergen. Prüfen Sie die Prospekte sehr genau und lassen Sie sich von Experten beraten und klären Sie immer ab, wer welche Interessen verfolgt."
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