19.01.14 Erneuerbare Energie

Anstieg der deutschen Treibhausgasemissionen

Laut den vom Umweltbundesamt (UBA) jetzt vorgelegten offiziellen Daten für das Jahr 2012 lagen die klimaschädlichen Emissionen Deutschlands zuletzt um 24,7 Prozent unter dem Niveau von 1990, dem internationalen Basisjahr. Die aktuellen Zahlen umfassen den Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012. Die Bundesrepublik hatte sich zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen um 21 Prozent in diesem Zeitraum verpflichtet, erreicht wurde eine Minderung um 23,6 Prozent. Zum Vergleich: Innerhalb der EU sind die Emissionen im selben Zeitraum um etwa 19 Prozent gesunken.

Bundesumwelt- und -bauministerin Barbara Hendricks sagte dazu: „Die erfolgreiche Umsetzung unserer Kyoto-Verpflichtung ist ein wichtiger Meilenstein im Klimaschutz. Jetzt müssen wir den Blick fest auf das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel einer Minderung der Treibhausgas-Emissionen um mindestens 40 Prozent bis zum Jahr 2020 richten.“ Die SPD-Politikerin will dabei in den verschiedenen Sektoren ansetzen, bei Energieeffizienz, Gebäudesanierung, Verkehr und auch mit weiteren Reformen beim Emissionshandel.

Das UBA wies darauf hin, dass die deutschen Treibhausgasemissionen zuletzt wieder angestiegen sind. Gegenüber dem Vorjahr 2011 nahmen die Emissionen im Berichtsjahr 2012 um rund 11 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente zu. Das ist eine Steigerung um 1,1 Prozent. Für das Jahr 2013 ist laut dem UBA eine ähnliche Entwicklung zu erwarten. Den leichten Anstieg erklärt die Behörde damit, dass mehr Braun-, Steinkohle und Mineralöl für die Stromproduktion eingesetzt wurde. Witterungsbedingt sei zudem der Bedarf an Heizenergie angestiegen. Zudem hätten sich die derzeit geringen Minderungsanforderung des europäischen Emissionshandels negative ausgewirkt: Die Kohlendioxid-Emissionen von Unternehmen der Industrie und Energiewirtschaft seien seit dem Jahr 2005 insgesamt lediglich um knapp fünf Prozent gesunken.

Thomas Holzmann, amtierender Präsident des UBA: „Wer den Europäischen Emissionshandel als zentrales Klimaschutzinstrument erhalten will, der muss ihn dringend wieder zum Leben erwecken. Dazu brauchen wir zügig europaweit ein ambitioniertes Minderungsziel von mindestens 40 Prozent für 2030 und eine strukturelle Reform des Emissionshandels, die Überschüsse im System vermeidet.“ Laut Holzmann drohen ein anhaltender Preisverfall und hohe Überschüsse bei den Emissionszertifikaten, weil die Anreize fehlen, in Minderungsmaßnahmen zu investieren.
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