Der geschlossene Fonds Aquila Waldfonds Waldinvest III ist 2009 aufgelegt worden, um Regenwaldbestände in Brasilien aufzuforsren. / Foto: Fotolia (Koerner)

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Aquila Waldfonds Waldinvest III weniger rentabel und weniger nachhaltig?

Der 2009 aufgelegte Fonds Aquila Waldinvest III wollte mittelbar in die Bewirtschaftung von tropischem Regenwald und aufgeforstetem Brachland in Brasilien investieren. Anleger hatten sich mit rund 14,6 Millionen Euro an dem Fonds beteiligt, der das Kapital in eine Minderheitsbeteiligung an der brasilianischen Amata S.A. investierte.


Laut der veröffentlichten Gewinn- und Verlustrechnung hatte der Fonds 2013 einen Jahresverlust von rund 5,4 Millionen Euro zu verzeichnen. Hauptgrund hierfür war laut Jahresabschluss 2013 des Fonds eine Abschreibung auf die Beteiligung an der Amata S.A. in Höhe von rund 4,8 Millionen Euro, die „in Anbetracht einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung vorgenommen“ wurde.

Abstriche beim Nachhaltigkeitskonzept

Auf Nachfrage teilte die Fondsinitiatorin Aquila Capital mit, dass auf Ebene der Amata S.A. eine Neubewertung der Unternehmensanteile erfolgt sei, in die die aktuelle Marktentwicklung und die Anpassung der Investitionsstrategie der Amata eingeflossen seien. Die veränderte Strategie sehe vor, dass neben Naturwald nun vermehrt in Plantagen investiert werde. Laut der Fonds-Kurzübersichtsbroschüre von 2009 sollte der Anteil von Plantagen ursprünglich  mit unter vier Prozent flächenmäßig gering bleiben. Nun wird der Plantagenanteil bei den Investitionen der Amata voraussichtlich deutlich erhöht werden. Nach Angaben der Fondsinitiatorin ist es derzeit noch nicht absehbar, auf wie viel Prozent sich der Plantagenanteil ungefähr erhöhen könnte.
Die Strategieänderung war nach Angaben der Initiatorin erforderlich, da das Angebot an billigem Tropenholz gestiegen sei – zum einen durch illegale Rodung und zum anderen durch große Infrastrukturprojekte, durch die große Mengen an billigem Holz auf den Markt gelangt sei –  so dass die von Amata geplante nachhaltige Bewirtschaftung von Regenwäldern inklusive der Vermarktung des nach Umweltkriterien zertifizierten Tropenholz zu wenig rentabel geworden sei.
Die Aussage der Initiatorin bezüglich des illegalen Holzeinschlages deckt sich mit den Aussagen verschiedener Medienberichten, demnach der Raubbau an den Regenwäldern in Brasilien 2012 und 2013 wieder deutlich zugenommen hat.

Nachteilige Wechselkursentwicklung

Neben der veränderten Marktsituation in Brasilien ist nach Aussage der Initiatorin die ungünstige Wechselkursentwicklung des Euros zum brasilianischen Real für die 2013 verbuchte Wertminderung der Anteile des Fonds an der Amata verantwortlich. Laut Prospekt fallen die Investitionen, Kosten und Erträge der Amata in brasilianischen Real und US-Dollar an, während die Ausschüttungen des Fonds an die Anleger in Euro erfolgen. Nach Berechnungen von ECOreporter.de hat der brasilianische Real seit der Prospekterstellung (7. Oktober 2009) bis zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2013) gegenüber dem Euro rund 26 Prozent an Wert verloren. Infolgedessen sind die Erträge in brasilianischen Real, die dem Fonds an seiner Beteiligung an der Amata zufließen, in Euro gerechnet 26 Prozent weniger wert geworden. Grundsätzlich kann sich diese Entwicklung in Folgejahren auch umkehren. So hat der brasilianische Real gegenüber dem Euro seit Anfang Januar 2014 bis zum 1. September 2014 rund 9 Prozent an Wert gewonnen.


Im Prospekt wird den Anleger bei einer Fondslaufzeit bis 2024 ein Gesamtmittelrückfluss von 315 Prozent – inklusive Rückzahlung des eingezahlten Kommanditkapitals von 100 Prozent – prognostiziert. Die Fondgeschäftsführung geht derzeit „insgesamt von einem positiven Ergebnis für die Investoren des Fonds zum Laufzeitende aus“. Die Nachfrage von ECOreporter.de, ob diese Aussage bedeute, dass die Anleger voraussichtlich ihr eingesetztes Kapital und darüber hinaus noch etwas erhalten werden, bejahte die Initiatorin.


Derweil haben laut einer Stellungnahme der Initiatorin die Gesellschafter des Fonds Aquila Waldinvest III im Februar 2014 mit einer Mehrheit von 94,3 Prozent beschlossen, nicht an einer Kapitalerhöhung der Amata S.A. teilzunehmen. Dadurch hat sich der Anteil des Fonds an der Amata S.A. auf 9,4 Prozent reduziert, da alle anderen Investoren der Amata die Kapitalerhöhung mitgemacht haben. Das zusätzliche finanzielle Engagement der Co-Investoren wertet die Fondsgeschäftsführung nach eigener Einschätzung als positives Signal und als Bekenntnis zum Investment in die Amata S.A.
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