Die Asian Bamboo AG hat mit ihren Bambusplantagen zuletzt schlechte Geschäfte gemacht. / Quelle. Unternehmen

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Asian Bamboo AG setzt auf Schlankheitskur

Die Asian Bamboo AG reißt das Ruder herum und verringert ihre Plantagenfläche. Über Jahre hinweg hatte das börsennotierte Unternehmen, das in China Bambusplantagen betreibt, um die Stämme an die Industrie zu verkaufen, seine Plantagenfläche stark ausgebaut. Doch diese Strategie hatte zu großen finanziellen Problemen geführt: weil die Nachfrage geringer war als erhofft, vor allem aber weil Asian Bamboo nicht genügend Personal findet, um die Plantagen zu bewirtschaften. Das ist eine Folge der starken Abwanderung vom Land in die stark wachsenden Städte, die sich derzeit in der Volksrepublik ereignet. Daraufhin verloren die Plantagen von Asian Bamboo an Wert und hatte die Gesellschaft hohe Abschreibungen vornehmen müssen.

Nach vorläufigen Berechnungen hat Asian Bamboo AG in 2013 einen Umsatzeinbruch um 56 Prozent auf 32,3 Millionen Euro erlitten. Gegenüber dem Vorjahr vervielfachte sich der Verlust auf Konzernebene auf 152,9 Millionen Euro nach 19,8 Millionen Euro Defizit in 2012. Das Eigenkapital des Forstwirtschaftsunternehmens schmolz um mehr als die Hälfte zusammen auf 133,7 Millionen Euro.

Nun teilte das Unternehmen mit, dass es seine Bambusplantagen Kangda, Sirong, Minxian, Minda, Yinxin und Wufang (all ein der Region Shunchang) und Wucun (in Sanming), Chongan (in Wuyishan) und Hongshan (in Longyan) und in Shaowu verkaufen will. Es hofft, die Flächen von insgesamt rund 13.000 Hektar zu Marktpreisen verkaufen zu können. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat diesen Schritt bereits gebilligt, der Vorstand will jetzt die Transaktionen „schnellstmöglich“ abschließen. Ferner kündigte er an, die Rechte an den Bambusplantagen Buyun, Hongshan und Miaoqiao in der Region Longyan mit zusammen über 4.000 Hektar aufzugeben. Mit dem Abschluss würden nach Einschätzung des Vorstands die noch ausstehenden Pachtzahlungen für die Longyan Plantagen in Höhe von rund 9,5 Millionen Euro, die man Ende 2013 noch als Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verbucht habe, entfallen. Der Verkauf der Shaowu Plantagen würde den Angaben zufolge über zehn Millionen Euro einbringen.

Laut Asian Bamboo werden nur Plantagen abgestoßen, die entweder wenig ertragreich sind oder wo ohnehin bald die Pachtlaufzeit ausgelaufen sei. Der Vorstand gehe davon aus, dass der Umsatz je Hektar Plantagenfläche im Vergleich zu 2013 künftig steigen wird, da man sich auf ertragsstärkere Plantagen konzentriere. Aufgrund der komplexen Methodik zur Bewertung der Plantagen müsse Asien Bamboo die Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2013 auf den 30. April 2014 verlegen. Daher verschiebe man auch die ordentliche Hauptversammlung, und zwar auf den 20. Juni 2014.

Ferner bekräftigte Asian Bamboo das Vorhaben, künftig im Immobilien-Geschäft aktiv zu werden. Zur Finanzierung dieses Strategiewechsels hat das Unternehmen für den Sommer die Ausgabe von Wandelanleihen angekündigt. Diese neuen Anleihen sollen auf drei Jahre angelegt sein. Der geplante Einstieg ins Immobiliengeschäft werde frühestens 2015 zum Umsatz und Ergebnis von Asian Bamboo beitragen, hieß es weiter.

Asian Bamboo AG: ISIN DE000A0M6M79 / WKN A0M6M
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