Die EEV AG erhofft sich Einnahmen aus dem Verkauf eines Offshore-Windparks. / Quelle: Fotolia

27.11.15 Anleihen / AIF

Auf Tauchstation - Situation der EEV AG und ihrer Anleger unklar

Seit Jahren warten die Anleger der Erneuerbare Energien Versorgung AG (EEV AG) vergeblich auf einen Jahresabschluss des Unternehmens. Weiterhin stehen die Berichte über die Geschäftsentwicklung in 2013 und 2014 aus. Noch immer steht im Raum, dass die Genussscheininvestoren für 2014 wohl keine Verzinsung erhalten werden. Das hatte der im Mai neu berufene Vorstand Bernhard Faber im Sommer als „wahrscheinlich“ erklärt (wir haben darüber im Juli 2015  berichtet). ECOreporter.de hat im November vergeblich versucht, von dem Unternehmen Angaben zur Entwicklung seither zu erhalten.

Die EEV AG hat nach eigener, früherer Darstellung über die Genussrechte und partiarische Darlehen rund 25 Millionen Kapital für ein Biomasse-Großkraftwerk in Papenburg und einen Offshore-Windpark in der Nordsee bei Investoren eingesammelt. Anleger konnten ab einer Mindestbeteiligung von 1.000 Euro einsteigen, ihnen stellte die EEV AG eine Grundverzinsung von sechs bis neun Prozent pro Jahr in Aussicht. Aber bei dem Biomasse-Großkraftwerk traten technische Probleme auf, weshalb es über Monate hinweg nicht betrieben werden konnte. Und beim geplanten Offshore-Windpark Skua, den die EEV verkaufen möchte, ist die erfolgreiche Umsetzung keinesfalls sicher, da dessen Standort in einem Artillerieschießgebiet der Bundesmarine liegt (mehr darüber und über die Probleme bei dem Biomasse-Projekt erfahren Sie in unserem  Bericht vom Juli 2015). Um Kosten zu sparen hat die EEV ihren Firmensitz in Göttingen aufgelöst und ist nach Papenburg umgezogen.

ECOreporter.de hat nun vergeblich versucht, von dem Unternehmen Informationen zur Entwicklung seit dem Sommer zu erhalten. Im November drangen wir telefonisch trotz mehrerer Versuche nicht durch, stets landeten wir in einer Warteschleife, ohne eine Nachricht hinterlassen zu können. Eine Anfrage per Mail an die EEV AG blieb bislang ohne Rückmeldung geschweige denn Antworten auf unsere Fragen. Mangelnde Transparenz hatten wir schon in dem ECOanlagecheck von 2013 beklagt, in dem wir von dem Investment in die Genussrechte der EEV AG abgeraten hatten. Eine „mangelhafte Kommunikation“ hatte Vorstand Bernhard Faber im Juli 2015 eingeräumt und Besserung gelobt. Die konnten wir bislang aber nicht feststellen.
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