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„Aufforstung die einzige Klimaschutzmaßnahme, bei der CO2 aus der Atmosphäre absorbiert wird“ – Interview mit Leo Pröstler, BaumInvest



ECOreporter.de: Was ist das Geschäftsmodell von BaumInvest?

Leo Pröstler: Zur Vereinigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte setzen wir bei BaumInvest auf ein Drei-Säulen-Modell: Die finanzielle Rendite erwirtschaftet sich aus der Aufforstung tropischer Edelhölzer. Die ökologische Rendite erzielen wir durch ökologische Anbaumethoden, Mischforst statt Monokulturen und 20 bis 30 Prozent Naturschutzflächen. Für die soziale Rendite sorgen wir einerseits mit fairen Arbeitsplätzen im ländlichen Raum Costa Ricas und andererseits mit unserem Angebot des Waldfeldbaus. Unsere Waldarbeiter und Kleinbauern aus der Umgebung haben die Möglichkeit, zwischen den Bäumen Nahrungspflanzen anzubauen und somit zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften.Gegenüber unseren Investoren legen wir Wert auf Transparenz: Jeder Gesellschafter kann, im Rahmen unser jährlichen Investorenreise „seine“ Bäume persönlich besuchen.

ECOreporter.de: Wie hat sich Ihr Unternehmen seit der Gründung entwickelt?

Pröstler: Der erste BaumInvest-Fonds wurde 2007 aufgelegt. Hierbei waren unsere Gründungsinvestoren wie Georg Salvamoser oder das Ehepaar Sladek oder Firmen wie Globetrotter und Vaude eine große Hilfe. Der erste Fonds mit einem Umfang von 7,8 Millionen Euro konnte wie geplant Ende 2009 geschlossen werden. Wegen der großen Nachfrage haben wir uns entschieden einen Folgefonds, BaumInvest 2, aufzulegen, der nun auf dem Markt ist.

ECOreporter.de:  Was erhoffen  Sie sich von der Messe Grünes Geld 2010? Was wollen Sie in Freiburg präsentieren?

Pröstler: Das wachsende Interesse der Anleger an nachhaltigen Geldanlagen begrüßen wir sehr. Wir möchten gemeinsam mit den anderen Ausstellern zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht nur etwas für realitätsferne Idealisten ist, sondern gerade auf dem Finanzmarkt in diesen krisengeschüttelten Zeiten eine Bedingung für eine verantwortungsbewusste und erfolgreiche Anlagestrategie.
Wir stellen unseren zweiten Fonds BaumInvest 2 vor, der dem Konzept des Vorgängerfonds folgt. Wir haben das Drei-Säulen-Modell beibehalten, aber auch ein paar Neuerungen eingeführt: So setzen wir bei BaumInvest 2 noch stärker auf einheimischen Baumarten und haben einen Nachhaltigkeitsfonds für ökologische und soziale Projekte eingerichtet. Auch dieses Angebot erfreut sich großer Nachfrage. Knapp fünf von 8,25 Millionen. Euro sind bereits gezeichnet.

ECOreporter.de:  Welche Chancen und Risiken ergeben sich für Anleger, die sich für eins Ihrer Investments entscheiden?

Pröstler: BaumInvest 2 ist mit einer Laufzeit von 24 Jahren eine langfristige Anlage. Anleger beteiligen sich bei uns an realen Sachwerten, also an Grundstücken und Bäumen, die nicht nur inflationsresistent und krisensicher sind, sondern gegen Ende der Laufzeit auch einen Kapitalrückfluss von 326 Prozent versprechen. Das entspricht 6,4 Prozent jährlich. Zusatzerlöse werden sich aus der Zertifizierung der Klimaschutzleistung unserer Aufforstungen ergeben. Risiken für unsere Pflanzungen vor Ort haben wir durch die Standortauswahl minimiert: Costa Rica ist ein politisch und wirtschaftlich stabiles Land.

ECOreporter.de: Was erwarten sie für die Zukunft? Wo sehen sie die Bauminvest im Jahr 2012?

Pröstler: Im Jahr 2012 werden wir unseren zweiten Fonds längst geschlossen haben, aber damit hört die Arbeit vor Ort nicht auf. Bis dahin sind die restlichen Flächen für BaumInvest 2 erworben und aufgeforstet und es geht dann um die optimale Pflege der Bäume, um Ausbau und Vernetzung der Naturschutzgebiete und darum, unsere Waldfeldbauern weiter zu Anbau und Vermarktung ihrer Produkte zu ermutigen. Ob wir nochmal einen Folgefonds auflegen, kann ich noch nicht sagen. Die Nachfrage ist da, aber die Arbeit vor Ort muss für unsere Partnerfirma auch leistbar sein. Die BaumInvest-Tochter Puro verde wird von meinem Sohn Stefan Pröstler geleitet. Diese enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit hat sich bewährt.
Wir sehen eine sehr gute Zukunft für unser Investment-Modell – gerade angesichts der Klimaschutzziele. Schließlich ist Aufforstung die einzige Klimaschutzmaßnahme, bei der CO2 aus der Atmosphäre absorbiert wird. Dass dies nun zertifiziert werden kann, macht kommt unseren Projekten zusätzlich entgegen. Wir haben kürzlich die Zertifikate für unsere ersten Pflanzungen erhalten und zum Teil an Unternehmen verkauft, die Ihre Klimabilanz durch Aufforstung verbessern möchten.

ECOreporter.de: Was raten Sie einem Privatanleger, der erstmals in den Bereich nachhaltige Forstinvestments einsteigen möchte?

Pröstler: Letztlich basieren die Renditeprognosen bei Waldinvestments immer auf Grundannahmen zu Holzpreisen, Holzzuwachs und Holzpreissteigerung. Bei einem seriösen Angebot sollten diese Annahmen transparent, nachvollziehbar und moderat sein. Außerdem muss aus den Unterlagen deutlich ersichtlich sein, wo Ihr Geld liegt, wer darüber verfügt und was genau damit geschieht. Eine sichere Geldanlage ist immer nur die, die man auch versteht.

ECOreporter.de: Herzlichen Dank für das Gespräch!

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