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Aufregung bei der wind 7 AG: Gericht bestellt neues Mitglied des Aufsichtsrats

Das Amtsgericht Kiel hat ein neues Aufsichtsratsmitglied für die wind 7 AG bestellt - ein ungewöhnlicher Vorgang. Zuvor hatte der Aufsichtsrat des Unternehmens den langjährigen Vorstand Dirk Jesaitis entlassen. (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete). Die wind 7 AG betreibt Wind- und Solarparks. Ihre Aktie wird außerbörslich gehandelt.

Das Amtsgerichts hat auf Antrag des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Unrau den Bankkaufmann und Bankfachwirt Gunnar Kruse zum Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft bestellt. Den  Antrag des Aufsichtsrats Hauke Kahlcke, den Unternehmensberater und Kaufmann Martin Baulmann zum Aufsichtsratsmitglied der Gesellschaft zu bestellen, wies das Gericht zurück.

Aufsichtsrat Kahlcke hatte zum 31.12.2008 sein Mandat niedergelegt. Die nächste ordentliche Hauptversammlung werde erst in der zweiten Jahreshälfte 2009 stattfinden, so das Gericht. Da wesentliche Entscheidungen von erheblicher wirtschaftlicher Tragweite anstünden, die der Zustimmung des AR bedürfen, müsse dieser durch gerichtlichen Beschluss ergänzt werden.

Beide vorgeschlagenen Personen verfügten über "bankseitige Kompetenz", so das Gericht. Es gebe bereits eine langjährige enge Verbindung zwischen der Gesellschaft und Kruse, der über die Junge & Kruse Vermögensverwaltung GmbH ca. 10 Prozent des Aktienkapitals der Gesellschaft repräsentiere. Kruse werde vom Aufsichtsratsvorsitzenden, dem weiteren Aufsichtsrats-Mitglied Kutzeer und dem derzeitigen alleinigen Vorstand unterstützt.

Das Amtsgericht betont: "Die Rechte von Aktionären zur Einberufung einer (außerordentlichen) Hauptversammlung sind bekannt. Gegebenenfalls kann demnach innerhalb kurzer Zeiträume eine Hauptversammlung stattfinden, in der die Aktionäre ihre Rechte ausüben können. Die nötige Mehrheit könnte dabei insbesondere einen Kandidaten wählen, der als 'unbefangener Fremder' dem Anforderungsprofil eines Aufsichtsratsmitglieds entspricht." Nach § 104 Abs. 5 AktG ende das Amt des gerichtliche bestellten AR-Mitglieds, sobald der Mangel behoben sei, so das Gericht weiter.

Aktionäre der wind 7 zeigten sich überrascht und nicht einverstanden mit dem Gerichtsbeschluss. Sie wollen Jesaitis wieder einstellen und kritisierten das neue Aufsichtsratsmitglied.

Der Beschluss des Amtsgerichts Kiel (HRB 944 EC) liegt der Redaktion vor.
Wind 7 AG ISIN DE005266407 / WKN 526640 (außerbörslicher Handel)
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