Ein Investment in den Aktienfonds LBBW Global Warming soll dazu beitragen, die Erderwärmung und damit den Klimawandel zu stoppen. Aber schlummern noch Überraschungen im Portfolio? / Foto: Pixabay

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Aufregung um Fonds LBBW Global Warming - ist er grün?

Ist der Aktienfonds LBBW Global Warming (ISIN DE000A0KEYM4) ein "falsch deklarierter Nachhaltigkeitsfonds"? So lautete der Vorwurf von Fossil Free Stuttgart, einer Nichtregierungsorganisation, die den Abzug von Geldanlagen aus dem fossilen Sektor fordert. Die Umweltschützer kritisieren, dass in dem LBBW-Fonds noch Kohle-Aktien wie Anglo American enthalten seien. Wir haben bei der Landesbank Baden-Württemberg nachgefragt.

Bernd Wagner vom LBBW-Presseteam beruhigte zunächst die Kritiker: "Der LBBW Global Warming enthält schon seit einiger Zeit keine Aktien von Anglo American mehr", teilte er mit. Auch zu den anderen Fragen nahm er Stellung.


ECOreporter.de: Herr Wagner, die Chemieunternehmen BASF und Sika sind unter den Top-Positionen im Aktienfonds LBBW Global Warming. BASF steht seit jeher in der Kritik wegen Umweltsünden (und neuerdings wegen Betrügereien der Mitarbeiter), zu Sika finden sich Berichte über verschmutzte Brunnen in Italien. Wieso sind diese Unternehmen nach Ihrer Bewertung nachhaltig?

Bernd Wagner:  Zum Auswahlprozess des Fonds gehört eine abschließende Nachhaltigkeitsprüfung. Dabei gelten verschiedene grundsätzliche Ausschlusskriterien (z. B. keine Investition in Ölkonzerne, Autohersteller, Kernkraftwerksbetreiber, Waffenhersteller usw.).

Darüber hinaus greift die LBBW Asset Management auf ein Rating durch oekom research zurück, einem der weltweit führenden Anbieter von Informationen über die soziale und ökologische Entwicklung von Unternehmen, Branchen und Ländern. Die beiden von Ihnen genannten Unternehmen fallen nicht unter die Ausschlusskriterien und erfüllen das Mindestnachhaltigkeitsrating.


Denken Sie, dass der Fonds trotz problematischer Aktien dazu beiträgt,
den Klimawandel zu bekämpfen? Wieso?


Der LBBW Global Warming investiert überwiegend in Unternehmen, die sich mit den immer größer werdenden Auswirkungen der globalen Erderwärmung auseinandersetzen. Er ermöglicht es Anlegern, gezielt in diese Unternehmen zu investieren, und trägt auf diese Weise dazu bei, finanzielle Ressourcen in diese Richtung zu lenken.

Branchenschwerpunkte sind regenerative Energien, der Wassersektor, die Baubranche, Versicherer, Versorger, Technologie sowie der Anlagenbau. Überdies werden Umweltdaten von oekom Reserach verwendet, um ein möglichst CO2-armes Portfolio zu generieren.


Was sind die Positiv- und Negativkriterien für den Fonds?

Die Unternehmensauswahl erfolgt in drei Schritten: Zuerst wird das Anlageuniversum einer Nachhaltigkeitsprüfung mit den genannten Ausschlusskriterien unterzogen. Anschließend werden die zulässigen Branchen mit signifikantem Nachfragepotenzial identifiziert. Im dritten Schritt geht es um die Qualität der Unternehmen: Zum Beispiel um eine gesunde Bilanzstruktur, eine überdurchschnittliche Gewinndynamik oder eine überzeugende Unternehmensstrategie, sowie ein Mindest-Nachhaltigkeits-Rating.


Gibt es einen Best-in-Class-Ansatz?

Nein. Einen Best-in-Class-Ansatz bieten wir zum Beispiel mit dem Fonds LBBW Nachhaltigkeit Aktien an.


Was sagen Sie zur Divestment-Aufforderung der Fossil-Free-Initiative?

Wir freuen uns, dass unsere Leitlinien zur Finanzierung von Kohleförderung und Kohlekraftwerken bei der Fossil-Free-Initiative auf eine positive Resonanz stoßen. Wir sind uns aber auch bewusst, dass dies nur ein erster Schritt ist. Selbstverständlich werden wir weiter an dieser Thematik
arbeiten.

Dabei ist zu beachten, dass sich die gesamte Energiebranche in einem grundlegenden Strukturwandel befindet. Wir begleiten unsere Kunden aus der Energiebranche bei der Transformation hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen. Jedoch kann der Übergang zu erneuerbaren Energieträgern nur Schritt für Schritt erfolgen.

Herr Wagner, wir danken Ihnen für die Antworten!


LBBW Global Warming:

ISIN DE000A0KEYM4, WKN A0KEYM
Ausgabeaufschlag: max. 5,00 Prozent
Verwaltungsvergütung: 1,50 Prozent
Verwahrstellengebühr: 0,075 Prozent

Gesamtkostenquote (Stand: Dezember 2017): 1,67 Prozent
Kostenpauschale: 0,175 Prozent

Wertentwicklung in 2017: plus 17,3 Prozent
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