Offshore-Windpark mit Anlagen von Siemens. / Quelle: Unternehmen

30.01.14 Erneuerbare Energie

Ausbau der Offshore-Windkraft in der EU schwächt sich ab

In der EU sind in 2013 Windparks auf See mit einer Gesamtkapazität von 1.567 Megawatt (MW) ans Netz gebracht worden und damit so viel wie in keinem Jahr davor. Darauf weist der europäische Windkraftverband European Wind Energy Association (EWEA) hin. Nach seinen Erhebungen wurden 418 Windräder auf See – offshore – errichtet und ans Netz angeschlossen. Weitere 104 Offshore-Windräder wurden zwar in 2013 errichtet, warten aber noch auf ihren Netzanschluss.

Laut der EWEA ist die Offshore-Windkraft in der EU in 2013 gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel gewachsen. Das Wachstum habe sich aber in der zweiten Jahreshälfte deutlich abgeschwächt. Und Anfang 2014 werde an deutlich weniger neuen Projekten gearbeitet als zu Beginn des vergangenen Jahres. Voraussichtlich werde der Zuwachs bis einschließlich 2015 stagnieren und frühestens ab 2016 wieder an Dynamik gewinnen.

Der Verband erklärt die aktuelle Abschwächung mit der unklaren Fördersituation in Großbritannien und in Deutschland, den beiden wichtigste Märkten für die Windstromproduktion auf See in der EU. Diese Unsicherheit führe dazu, dass die Umsetzung von geplanten Offshore-Windparks verschoben und weniger neue vorbereitet werden, erläutert EWEA-Geschäftsführer Justin Wilkes. Er stellte fest, dass es ein starkes Signal auch für den weiteren Ausbau der Offshore-Windkraft in Europa wäre, wenn die Mitgliedsstaaten der EU sich im März darauf verständigen würden, den Anteil der regenerativen Energien an der Energieversorgung der EU bis 2013 auf 30 Prozent zu erhöhen (wir haben über die Debatte in der EU über ein solches Ausbauziel in einem Beitrag ausführlich informiert, zu dem Sie per  Mausklick  gelangen).

In den Gewässern der EU wurden nach Angaben der EWEA bis Ende 2013 Windräder mit insgesamt 6.562 MW aufgestellt und auch ans Netz angeschlossen. Davon entfällt der Hauptanteil auf Großbritannien mit insgesamt 3,681, gefolgt von Dänemark mit 1,271 MW. Es folgen Belgien mit 571 MW und Deutschland mit 520 MW. Allerdings dürften die Deutschen im laufenden Jahr deutlich aufholen. Von den zwölf Offshore-Windparks, die gegenwärtige in EU-Gewässern umgesetzt werden, handelt es sich laut dem Windkraftverband um sieben um deutsche Offshore-Windparks, vier britische und einen belgischen. Deren Gesamtkapazität von 3.000 MW werde die Gesamtleistung der europäischen Offshore-Windparks auf fast 10.000 MW erhöhen. Damit sei man aber noch immer sehr weit vom Ziel der EU entfernt, eine Windkraftleistung auf See von 22.000 MW zu erreichen.

Die EWEA hat festgestellt, dass die dänische Dong wie schon im Vorjahr auch in 2013 der aktivste Projektierer von Offshore-Windparks war. Die deutsche Siemens habe für 69 Prozent der neu installierten Windkraftleistung die Anlagen geliefert. Damit baute der Technologiekonzern aus München seine Position in diesem Markt aus. Siemens hat nach Recherchen der EWEA die Windräder für 60 Prozent der insgesamt in EU-Gewässern aufgestellten Windkraftleistung geliefert. Erst mit weitem Abstand folgt die dänische Vestas mit 23 Prozent.
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