Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland verlangsamt sich weiter. / Foto: BP Solar

01.04.15 Erneuerbare Energie

Ausbau der Photovoltaik in Deutschland weiter im Tief

Das Tempo des Ausbaus der Solarenergie in Deutschland geht immer weiter zurück: Im Februar gingen nach Angaben der Bundesnetzagentur bundesweit 2996 Solaranlagen mit rund 99 Megawatt Leistungskapazität ans Stromnetz.

Damit liegt die neu installierte Leistung dieses Monats um 10,3 Prozent unter der vom Februar 2014. Im Vergleich zum direkten Vormonat bedeutet das einen Rückgang um 18,3 Prozent. Nimmt man die Leistungskapazität aller bislang in Deutschland laufenden Sonnenstromkraftwerke zusammen, sind diese rechnerisch dazu in der Lage, beinahe 26 Atomkraftwerke zu ersetzen. Die Bundesnetzagentur beziffert die installierte Gesamtleistung nämlich auf 38.458 MW. Das bedeutet zugleich, dass in Deutschland zwischen Ende Febuar 2014 und Ende Februar 2015  neue Solaranlagen mit 2.458 MW in Betrieb gegangen sind.

Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland verliert aufgrund der energiepolitischen Reformen seit Anfang 2014 kontinuierlich an Tempo. Ausreißer nach oben zeigten die Statistiken der Bundesnetzagentur in den vergangenen Jahren nur in den Monaten vor dem Eintreten neuer Reformen des  Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Das liegt daran, dass Bauherren Übergangsfristen für ältere und bessere Konditionen nicht verpassen wollen. Marktforscher nennen das „Vorheizeffekte“.

Das stagnierende Tempo beim Ausbau der Photovoltaik in Deutschland hat Einfluss darauf, wie viel Geld die Betreiber neuer Anlagen als feste Vergütung für ihren Strom von  den Stromnetzbetreibern bekommen. Abgerechnet wird pro Kilowattstunde (kW/h).

Laut EEG sinkt die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen jeden Monat, gilt aber für die Betreiber ab dem jeweiligen Anschlussmonat für 20 Jahre fest. Wie viel weniger Betreiber bekommen, die ihre Anlagen später im Jahr ans Stromnetz bringen, hängt immer davon ab, wie schnell der Gesamtausbau vorangeht. Die Regel: Geht es schnell, wird die Vergütung stärker reduziert. Geht es langsamer, fällt auch die Kürzung nicht so stark aus. Fachleute nennen das Degression.  Mit dem Endergebnis für Februar 2015 steht fest, dass der monatliche Degressionsfaktor bis einschließlich Juni 2015 bei 0,25 leigt. Das ist ein niedriger Wert.
Die EEG-Einspeisetarife bis einschließich Juni 2015 im Überblick

Stand Februar  2015 / Quelle: Bundesnetzagentur
 
* Anzulegende Werte Cent/kWh - Erlösobergrenze Marktprämienmodell (ab 500kWp verpflichtend)
** Feste Einspeisevergütung für Anlagen auf Nichtwohngebäuden im Außenbereich und Anlagen auf Freiflächen bis 500 kW Kapazität
*** Erlösobergrenze Marktprämienmodell für Anlagen auf Nichtwohngebäuden im Außenbereich, Dachanlagen bis 10MW und Anlagen auf Freiflächen bis 10 MW Kapazität


Die Bundesregierung hatte im November 2012 erklärt, die Einspeisevergütung für Sonnenstrom zu beenden, sobald die installierte Photovoltaikleistung Deutschland 52.000 MW erreicht hat. Allerdings wird das aktuelle Einspeisesystem wohl bereits deutlich früher abgeschafft. In diesem Jahr hat die Bundesnetzagentur testweise mit Ausschreibungsverfahren begonnen (mehr lesen Sie  hier). Werden die Tests als Erfolg gewertet, soll die Einspeisevergütung für Ökostrom bis 2017 abgeschafft werden.
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