Der Ausbau der Stromnetze gilt als Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Eine Planänderung verzögert diees Großprojekt und macht es teurer. / Foto: Fotolia

07.06.16 Erneuerbare Energie

Ausbau der Stromtrassen verkompliziert die Energiewende

Wird der Ausbau von Deutschlands Stromtrassen zum  Hemmschuh der Energiewende? Der Bau der großen Stromautobahnen, die als wichtiger Baustein der Energiewende gelten, soll  sich für Jahre verzögern und wohl auch deutlich teurer werden, als bisher kalkuliert.

Die Energiewende, so wie sie sich die Große Koalition vorstellt, setzt zu einem guten Teil nicht auf dezentrale Ökostrom-Stromproduktion direkt dort, wo er gebraucht wird. Stattdessen sollen die Windräder zu Wasser und zu Lande im Norden der Republik über Stromautobahnen den Süden mit regenerativer Energie versorgen. Eine Planänderung, die von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer mit durchgesetzt wurde, könnte die gesamte Energiewende deutlich bremsen und für Bayern dabei zum Problem werden. Das legt zumindest ein aktueller Bericht der Bundesnetzagentur nahe, über den die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Bundesnetzagentur: Netzausbau wird mindestens um drei Jahre verzögert


Demnach wird sich die Erneuerung der Stromtrassen reihenweise um mindestens drei Jahre also bis 2025 verschieben. Schon 2015 kam die Entscheidung, die Stromtrassen vielerorts nicht wie geplant überirdisch sondern in der Erde zu verlegen. „Das verlangt umfangreiche Neuplanungen“ und sei „der wesentliche Grund für die Verzögerung“ zitiert die Süddeutsche Zeitung die Bundesnetzagentur.

Droht die Spaltung des Strommarkts?
Damit würde der Ausbau der Stromtrassen wohl nicht nur verzögert, sondern auch teurer, schließlich geht es um viel hundert Kilometer Stromleitung, die mit mehr Aufwand verlegt werden müssen. Dem Bericht zufolge könnte Bayern selbst ein leidtragendes Bundesland von der Verzögerung werden. Weil derzeit vor allem im Norden der Republik massenhaft günstiger Windstrom erzeugt werde, könne der Markt in verschiedene Preiszonen aufgespalten werden, schreibt die Süddeutsche Zeitung unter Bezug auf einen Experten des Netzbetreibers TenneT. 
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