Windpark der aventron AG: Die Schweizer sind ein reiner Grünstromproduzent. / Foto: Unternehmen

01.06.18 Aktientipps , Aktien-Favoriten , Spezialwerte

Aventron AG: Nichts als grüner Strom

Die aventron AG hat eine einzige Einnahmequelle: Sie verkauft Strom. Und der stammt ausschließlich aus Erneuerbarer Energie. Das Unternehmen betreibt Wasser-, Wind- und Solarkraftwerke in der Schweiz und in mehreren Ländern Europas.

Gegründet wurde die aventron 2005 als "Kleinkraftwerk Birseck“ von der Elektra Birseck Münchenstein (EBM) in der Schweiz. Mit der Energie Wasser Bern (ewb) und dem Stadtwerk Winterthur (SWW) beteiligten sich 2010 und 2013 zwei weitere Schweizer Energieversorgungsunternehmen an der Firma, die seit Anfang 2016 aventron heißt.

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Alles begann mit zwei Wasserkraftwerken

Die Birs ist ein Nebenfluss des Rheins; zwei Wasserkraftwerke an der Birs, in Laufen und in Dornachbrugg, waren die Grundlage des Unternehmens. 2010 kamen sieben Kleinwasserkraftwerke in Frankreich hinzu, und das Unternehmen ging an die Börse Bern eXchange (BX). Zwischen 2011 und 2013 folgten Solar- und weitere Wasserkraftwerke in der Schweiz und Frankreich, außerdem investierte das Unternehmen in Windenergie, beispielsweise im windreichen Nordwesten Frankreichs.

2014 eröffnete aventron Ländergesellschaften in Italien, Deutschland und Norwegen und erwarb dort GrünstromKraftwerke. Ende 2018 hatte das aventron-Kraftwerksportfolio eine installierte Gesamtleistung von 476 Megawatt (MW). Das Ziel für die nächsten Jahre seien 1.000 MW, so Vorstandschef Antoine Millioud gegenüber ECOreporter. 2018 hat aventron insgesamt 786 Gigawattstunden Strom produziert.

Aventron ist international aufgestellt

In Norwegen baut aventron mehrere neue Wasserkraftwerke, in der Regel mit einer Leistung zwischen 1 und 10 MW. Neue Wasserkraftwerke plant aventron ebenfalls im Alpenraum, in der Schweiz, in Italien und Frankreich. Außerdem will der Grünstromproduzent massiv in Solarenergie in Spanien, Italien, Frankreich und im Heimatland investieren. Und aventron setzt weiterhin auf Windenergie in Deutschland.

Im Mai 2018 führte aventron eine Kapitalerhöhung durch, um die Anzahl von 34,105 Millionen Aktien um maximal 15 Millionen neue Namensaktien mit einem Nennwert von 1 Schweizer Franken zu erhöhen. Der Ausgabepreis pro Namensaktie betrug 9,80 Franken, das entsprach dem Börsenkurs von Mitte Mai 2018 (1 Euro zu diesem Zeitpunkt = 1,19 Franken). An der gesamten Emission beteiligten sich auch die drei Hauptaktionäre der aventron, das sind Schweizer Stadtwerke. Aber auch private Aktionäre kamen zum Zug.

2018 hat die aventron-Gruppe nach Steuern 10,2 Millionen Franken Gewinn erzielt (2017: 8,3). Der Nettoumsatz lag bei 91,8 Millionen Franken (2017: 77,1 Millionen Franken).

Eine feste Aktionärsstruktur

Aventron hat etwa 500 private Aktionäre, das Streuvermögen beträgt rund 16 Prozent. 71 Prozent der Aktien liegen bei drei Schweizer Stadtwerken, zwei Infrastrukturfonds haben 8 bzw. 5 Prozent – hier soll in den nächsten Jahren kein Wechsel anstehen. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt (Stand 18.10.2019) umgerechnet 409 Millionen Euro.

Dividende: Die Ausschüttungsquote für die Aktionäre lag in den letzten Jahren nach Angaben von aventron bei 2,3 Prozent – errechnet aus dem Verhältnis der Dividenden zum Emissionspreises der Aktien in der jeweiligen Kapitalerhöhung. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2018 betrug 0,25 Franken. Daraus ergibt sich (Stand 18.10.2019) eine Dividendenrendite von 2,4 Prozent.

Nachhaltigkeit: 2018 leisten die aventron-Kraftwerke 476 MW, für die nächsten Jahre ist eine Expansion auf 1.000 MW angepeilt. Ein mittleres Atomkraftwerk wie das Kernkraftwerk Emsland in Niedersachsen hat eine Nennleistung von etwa 1.400 MW, das entspricht nach Angaben des Betreibers RWE jährlich 11 Milliarden Kilowattstunden Strom – ausreichend für immerhin 3,5 Millionen Haushalte, also circa 8 Millionen Menschen. Aventron kann in den nächsten Jahren insgesamt eine solche Stromleistung erreichen. Und das nur mit Erneuerbarer Energie aus kleinen Wasserkraftwerken, Solaranlagen und Windkraftanlagen an Land.

"Wir wollen ein reiner Grünstromproduzent sein. Das ist der Auftrag“, sagt Vorstandschef Millioud. Solar- und Windkraftwerke liefern innerhalb von ein bis zwei Jahren so viel Energie wie zu ihrer Herstellung und Inbetriebnahme nötig ist. Bei Wasserkraftwerken kann das, je nach Standort, länger dauern. Danach kommen alle diese grünen Kraftwerksarten ohne weitere Rohstoffe wie Kohle, Gas oder Öl aus. Das ist nicht nur kostengünstig, sondern auch ökologisch und klimafreundlich. Die aventrom-Aktie ist daher nachhaltig.

K.O.-Kriterien: Keine

aventron AG: ISIN CH0023777235 / WKN A0PA3C

 

Stand: 10/2019

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