28.08.09 Aktientipps

Babylonische Vielfalt: Analysten zu Erneuerbare-Energie-Aktien und den Aussichten des Bahntechnikkonzerns Vossloh

Für viele Umweltaktien geht eine bewegte Woche zu Ende – das zeigen die Kursbewegungen und das zeigen die vielfältigen Einschätzungen von Expertenseite. Wir haben Einschätzungen zu den Windanlagenbauern Nordex und Vestas für Sie gesammelt, zu den Biogasunternehmen Schmack und EnviTec, dem Solarkonzern SolarWorld und dem Eisenbahnzulieferer Vossloh.

Goldman Sachs hat das Kursziel für Nordex von 13 auf 14,90 Euro angehoben. Analyst Stephen Benson nennt den Auftragsbestand als Grund für seine Annahme, dass der Windkraftwerkshersteller die Unternehmensprognosen für 2009 erreichen werde. Unicredit sieht dagegen für Nordex lediglich ein Kursziel von 12 Euro. Der positive Ausblick auf die weitere Geschäftsentwicklung des Windkraftanlagenbauers entspreche dem Branchentrend. Die Commerzbank setzt mit 10 Euro ein noch niedrigeres Kursziel. Analyst Andy Hamer rechnet damit. Dass Nordex seine Jahresprognose von 1,2 Milliarden Euro Umsatz bestätigt.


Die Experten vom Anlegermagazin "Der Aktionär" empfehlen die Aktie von Vestas Wind Systems zu halten und sehen das Kursziel bei 60 Euro. Als Grund nennt das Magazin das Ausbleiben einer Gewinnwarnung und den Umsatzanstieg.
Teea Reijonen, Analyst der Royal Bank of Scotland, rät zum Halten der Aktie von Vestas Wind Systems. Nach leicht positiven Halbjahreszahlen würden 80 Prozent der Gewinne erfahrungsgemäß erst im zweiten Halbjahr entstehen.
Der Analyst der Nord LB, Holger Fechner, rät unverändert zum Kauf von Vestas und belässt das Kursziel bei 62 Euro. Die Geschäftsführung des Unternehmens sehe nach einer schwachen ersten Jahreshälfte wieder eine Belebung des Windanlagenmarktes. Vor diesem Hintergrund habe sie ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2009 bekräftigt.


Eine gute Geschäftsstrategie bei Schmack Biogas ist für die Experten von "Der Aktionär-online" Grund, ein Kursziel von 6,50 Euro festzulegen. Dem schwachen Markt begegne Schmack mit der Entwicklung von Projekten für die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz und der Internationalisierung des Geschäfts. Es wird sogar ein Erreichen der Gewinnzone im Jahr 2010 nicht ausgeschlossen.

Dr. Karsten von Blumenthal, Analyst von SES Research, rät unverändert zum Kauf der EnviTec-Aktie. Als Gründe nennt er den guten Auftragsbestand und eine Ausweitung des Vertriebs. Von Blumenthal rechnet schon im laufenden Quartal mit einem Ergebnisanstieg.


Credit Suisse hat das Kursziel für SolarWorld von 14,30 auf 13,60 Euro gesenkt. Aufgrund der hohen Kosten werde der Solarkonzern nicht zu den langfristigen Gewinnern der Endkunden orientierten Branchenunternehmen zählen, meint Analyst Gaurav Mehta. Die asiatischen Wettbewerber bedrohten die Margen.
Die Analystin der Nord LB, Karin Meibeyer, rät nach unverändert zum Halten der SolarWorld-Aktie, senkt aber das Kursziel von 20 auf 16 Euro. Das Management zeige sich für den US-Markt bereits für das Schlussquartal 2009 wieder zuversichtlich und weite die Kapazitäten in den USA und Deutschland sukzessive aus. Die gezeigte Umsatzentwicklung im Branchenvergleich bestätige durchaus die Strategie von SolarWorld, sich mit Qualität einen Preisaufschlag zu verschaffen. Es sei aber mit weiterem Preisdruck zu rechnen, begründet die Analystin die Verringerung des Kursziels.
Matthew Yates, Analyst von Banc of America Securities-Merrill Lynch Research, reduziert das Kursziel der Aktie von SolarWorld von 13,50 auf 11 Euro. Im Vergleich zu den asiatischen Konkurrenten hätten europäische Solarunternehmen keine wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen, meint Yates. Es sei ein Fehler, dass SolarWorld nur einen kleinen Teil der Modulherstellung in Südkorea angesiedelt habe.


Die Berenberg Bank rät zum Kauf der Aktie des Schienen- und Signaltechnikkonzerns Vossloh und setzt ein Kursziel von 98 Euro. Das Unternehmen weise einen hohen Auftragsbestand von mehr als 36 Monaten auf und sei in einer attraktiven Nische tätig, meint Analyst Roland Rapelius.
Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, rät unverändert zum Kauf der Aktie von Vossloh und belässt das Kursziel bei 91 Euro. Die Zahlen des zweiten Quartals seien insgesamt über den Erwartungen der Analysten ausgefallen. Im Bereich Hochgeschwindigkeitszüge könnte sich China weiterhin als Wachstumstreiber für das Geschäft von Vossloh entwickeln. Gleichzeitig sollte sich die Nachfrage in Nordamerika im Zuge einer wirtschaftlichen Erholung sukzessive erhöhen, meint Hein. Stabilität garantiere weiterhin der hohe Auftragsbestand des Konzerns. Der Konzern sei in der Lage, rückläufige Umsätze in einem Geschäftsbereich durch andere Bereiche auszugleichen und die Margen auf einem hohen Niveau zu halten.
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