Plantagenarbeiter der Asian Bamboo AG im Einsatz. Arbeitskräftemangel belastet das Geschäft der Bambusspezialistin. / Quelle: Unternehmen

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Bambusspezialistin Asian Bamboo AG kappt Umsatzprognose

Mit der Bekanntgabe deutlich verbesserter Zahlen für das erste Halbjahr hat die Asian Bamboo AG ihren Aktienkurs nicht beflügeln können. Der Anteilsschein der Gesellschaft aus Hamburg, die Bambusplantagen in China betreibt, verbilligte sich im Xetra innerhalb der ersten Stunde nach der Aussendung der Meldung im Xetra um fast sechs Prozent auf 1,0 Euro (17 Uhr). Auf Jahressicht hat der Anteilsschein damit etwa zwei Drittel an Wert verloren.

Die Geschäfte von Asian Bamboo werden durch Absatzprobleme in China, vor allem aber durch den steigenden Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften sowie steigende Löhne für Erntearbeiten beeinträchtigt. Weil immer mehr Menschen vom Land in die Städte abwandern, kann Unternehmen die Bambusplantagen nicht so intensiv pflegen wie geplant und musste daher zuletzt deutliche Abschreibgungen auf die biologischen Vermögenswerte vornehmen. All dies hat zu Rückgängen beim Umsatz, Gewinn und Mittezufluss geführt.

Im ersten Halbjahr 2014 verzeichnete Asian Bamboo AG nach vorläufigen Ergebnissen nun aber einen Gewinnsprung. Nach einem Nettoverlust in Höhe von 2,2 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten von 2013 gab das Unternehmen nun ein positives Nettoergebnis von 8,1 Millionen Euro bekannt. Das Bruttoergebnis sprang um 204 Prozent auf fünf Millionen Euro.
Das negative Reaktion der Börsianer erklärt sich beim zweiten Blick auf das Zahlenwerk von heute. Denn dieser offenbart, dass die am 22. April 2014 bekanntgegebene Vereinbarung zur Aufgabe von Rechten an einigen Plantagenflächen in der Halbjahresbilanz zu einem Buchgewinn von über 6,9 Millionen Euro im zweiten Quartal geführt hat. Das rückt den Ergebnissprung in ein anderes Licht, zumal Asian Bamboo auch mitteilte, dass der Halbjahresumsatz um 22 Prozent auf 10,8 Millionen Euro eingebrochen ist. Die liquiden Mittel verringerten sich von Ende 2013 bis Ende Juni 2014 von 28,5 auf 26 Millionen Euro.

„2014 werden die operativen Rahmenbedingungen voraussichtlich schwierig bleiben“, teilte das Unternehmen ferner mit. Der Vorstand kürzte die Umsatzprognose auf rund 23 Millionen Euro. Er bekräftigte jedoch die Prognose für einen Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in einer Größenordnung von drei Millionen Euro. Allerdings hatte die Bambusspezialistin für 2013 noch einen Cash-Flow vor Veränderung des Working Capital in Höhe von 5,1 Millionen Euro erzielt. In 2012 war er mit 11,6 Millionen Euro sogar noch fast vier Mal so hoch ausgefallen wie er jetzt für 2014 anvisiert wird. Immerhin will der Vorstand für das Geesamtjahr „ein leicht positives Nettoergebnis“ erreichen und dafür weiter auf die Kostenbremse treten.

ECOreporter.de warnt davor, schon jetzt wieder in die Aktie einzusteigen. Zu vage sind die Aussichten auf eine baldige Trendwende für das Unternehmen und zu hoch sind die Risiken des bestehenden und des künftigen Geschäftsmodells. Denn aufgrund der Probleme im Geschäft mit Bambusstämmen und Bambussprossen will das Unternehmen künftig in den Immobilienmarkt einsteigen. Wie der Vorstand hier auf die Erfolgsspur kommen will ist noch völlig offen. Es sind sogar weitere Kursverluste möglich, wenn sich abzeichnet, dass die Sanierung des Unternehmens sich weiter hinzieht. Wir empfehlen daher, die Beteiligung zu verkaufen.

Asian Bamboo AG: ISIN DE000A0M6M79 / WKN A0M6M
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