11.12.07 Anleihen / AIF

Bank Sarasin aktualisiert Nachhaltigkeitsrating für Staatsanleihen: Skandinavien vorn – USA abgehängt

Die Bank Sarasin aus Basel hat ihr Länder-Nachhaltigkeitsrating aktualisiert. Dabei hat sich laut einer Meldung des Schweizer Bankhauses erneut gezeigt, dass die nachhaltigsten Länder der Welt in Skandinavien und der Alpenregion liegen. Norwegen führt demnach vor Schweden und Finnland. Auch die Schweiz schneidet dank ihrer hohen Ökoeffizienz gut ab. Deutschland hingegen liegt nur im Mittelfeld. Das regelmäßig publizierte Rating ermöglicht Investoren, bei der Bewertung von Staatsanleihen über die klassischen Bonitätskriterien hinaus auch den Umwelteinfluss und die Sozialleistung des Landes zu berücksichtigen. Diese Kriterien beeinflussen die öffentliche Verschuldung und damit die Bonität des Landes maßgeblich. Staatsanleihen nachhaltiger Länder weisen entsprechend ein niedrigeres Risiko auf.

Seit Ende der neunziger Jahre veröffentlicht die Bank Sarasin & Cie AG ein Nachhaltigkeitsrating für Industriestaaten mit erstklassiger Bonität. Die Bank hat sich auf Nachhaltigkeitsthemen spezialisiert. Bewertet wird das Belastungsniveau von Natur und Gesellschaft sowie die Umwelt- und Sozialeffizienz. Das jährlich publizierte Rating ermöglicht Investoren Staatsanleihen nicht nur nach ihrer Bonität, sondern auch nach Umwelteinfluss und Sozialleistung des jeweiligen Landes auszuwählen. Dieser Aspekt wird zunehmend wichtiger: Denn umwelt- und sozialverträgliche Gesellschaftsstrukturen können die öffentliche Verschuldung und damit die Bonität der Staatsanleihen auf lange Sicht maßgeblich beeinflussen.

Staatsanleihen: Investoren schätzen Sicherheit
In Zeiten der Anspannungen auf dem US]Immobilienmarkt und der hohen Volatilität der Aktienmärkte erweisen sich Staatsanleihen mit erstklassiger Bonität als zunehmend gefragte Investitionsanlagen. Durch das Einbeziehen von Umwelteinflüssen und Sozialaspekten der jeweiligen Emittentenländer erhalten interessierte Investoren ein vollständiges Bild des Risikos und können so eine profunde Anlageentscheidung treffen.

Skandinavische Länder am nachhaltigsten
Die Analyse bestätigt auch dieses Jahr: Sowohl im Bereich des Belastungsniveaus von Natur und Gesellschaft als auch in der Umsetzungseffizienz von Ressourcen in Lebensqualität sind die skandinavischen Länder am besten. Geringe soziale Spannungen und Wohlstand, verbunden mit einem hohen Technologiestandard, der insbesondere auch in der Effizienz der Umweltnutzung zum Tragen kommt, sorgen für die guten Resultate. Spitzenreiter Norwegen belastet als wirtschaftsstarkes Land mit nordischem Klima die Umwelt zwar deutlich, aber über alle Kriterien betrachtet pro Kopf weniger als die meisten anderen vergleichbaren Länder.

Deutschland und Österreich noch verbesserungsfähig
Die Sozial- und Umweltbelastung Deutschlands erreicht nur einen gut durchschnittlichen Wert. Handlungsbedarf besteht hier im Gesundheitswesen. Gesellschaftliche Spannungen ergeben sich beispielsweise auch aus der Ausländerpolitik. Leicht besser als Deutschland schneidet Österreich ab. Insbesondere die geringe Umweltbelastung und die Nutzungseffizienz im Bereich des Abfallrecyclings führen zu einer höheren Bewertung der Nachhaltigkeit.

Schweiz: zweithöchste Nutzungseffizienz
Die Schweiz hält sich im Ländervergleich gut. Wie bei allen wirtschaftlich starken Ländern ist die Naturbelastung in der Schweiz erheblich. Allerdings werden Ressourcen dank moderner Technik, hoher Organisation sowie eines ausgezeichneten Recyclingkonzepts sehr effizient in hohe Lebensqualität umgesetzt. Das spiegelt sich in der zweithöchsten Nutzungseffizienz aller Länder wider. Zudem stützt das überdurchschnittliche Maß an sozialer Kohärenz im Innern die Nachhaltigkeit des Landes.

USA im Abseits
Die hohe Umweltbelastung der USA fällt stark ins Gewicht der Nachhaltigkeitsprüfung. Die USA weisen nicht nur den zweithöchsten Energieverbrauch pro Kopf auf, sondern aufgrund hohem fossilem Treib- und Brennstoffeinsatz eine starke Luftverschmutzung. Zudem werden pro Kopf 50 Prozent mehr Abfälle in Deponien entsorgt als in der Vergleichsgruppe. Im Bereich der Nutzungseffizienz sind vor allem das tiefe Bildungsniveau und die schlechte Volksgesundheit – trotz relativ hoher Kosten – für die tiefe Bewertung verantwortlich.
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