15.08.08 Erneuerbare Energie

Bankhaus Lampe bewertet Chancen und Risiken der Erneuerbare-Energie-Unternehmen in Deutschland

Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hat in einer umfangreichen Studie die aktuelle Lage und die Zukunftsaussichten für deutsche Erneuerbare-Energie-Unternehmen untersucht. Dabei sehen die Autoren das größte Entwicklungspotenzial in der Photovoltaik. Die Studie gibt aber auch einen Überblick über die Branchen Biogas, Geothermie, Windkraft und Wasserkraft.

Für recht spekulativ halten die Experten des Bankhauses Lampe eine Investition in der Biogasbranche. Zwar dürften künftig vor allem im Ausland hohe Wachstumschancen bestehen, doch stelle vor allem das hohe Preisniveau für Mais und Weizen ein Problem dar. Generell habe Biogas den Vorteil, Energiespitzen ausgleichen zu können, die Grundlast sicherstellen zu können und als Kraftstoff für Fahrzeuge zu dienen. Vor allem im Anlagenbau dürften die Umsätze bald wieder wachsen. Von den beiden börsennotierten Biogasanlagenbauern EnviTec und Schmack Biogas sei EnviTec operativ besser aufgestellt und arbeite profitabel. Im Gegensatz dazu habe Schmack einen Vorsprung bei sehr großen Anlagen, die Biogas ins Gasnetz einspeisen.

Die Geothermie hat nach Ansicht der Banker noch eine große Zukunft vor sich, sie sei fast überall dezentral einsetzbar. Die Entwicklung stehe noch ganz am Anfang, in den nächsten Jahren sei aber mit einem Durchbruch zu rechnen. In Deutschland dürfte das Unternehmen Daldrup & Söhne davon profitieren. Im Ausland seien eine Vielzahl von Firmen in dem Sektor tätig, beispielsweise Ormat Technologies aus den USA und Western Geo Power aus Kanada.

Der Photovoltaik sagen die Experten eine goldene Zukunft voraus, allerdings mit geringeren Margen. Spätestens bei Erreichen wettbewerbsfähiger Preise dürften vor allem die Anlagenbauer auch für Player der konventionellen Industrie für Übernahmen interessant werden. Die Übernahme von Ersol durch Bosch dürfte hier wie ein Startschuss für die sich abzeichnende Konsolidierung wirken. Investitionen seien vor allem in Aktien von Anlagebauern interessant. Auch die etablierten Produktionsunternehmen dürften von der zu erwartenden Marktbereinigung profitieren. Kleinere Unternehmen und reine Vertriebsfirmen dürften eher unter Margendruck geraten.

Getrieben vor allem von der Nachfrage in China und den USA, erwartet das Bankhaus deutliches Wachstum für die Windkraftbranche. Profitieren dürften davon vor allem etablierte Hersteller, allen voran Vestas, da das dänische Unternehmen bereits international in sehr vielen Ländern etabliert ist. Allerdings könnte auf der Herstellerseite vor allem aus Asien verstärkt Konkurrenz kommen. Die deutschen Anlagenbauer werden eher mit Skepsis betrachtet. Vor allem Nordex müsse Negativentwicklungen aus der Vergangenheit ausgleichen und das Vertrauen der Investoren wieder zurückgewinnen.

Als eines von fünf Einzelunternehmen beachtet die Studie den Werkzeughersteller Gildemeister, der auch nachführende Solarmodule entwickelt. Das Erfolg versprechende Konzept trage mittlerweile zu rund zehn Prozent des Umsatzes bei. Die Analysten sehen den fairen Wert der Aktie bei 18,20 und empfehlen, das Papier zu halten.

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