Der französische Technologiekonzern Alstom soll 66 Windräder für einen Nordsee-Windpark der insolventen Windreich GmbH liefern. / Foto: Alstom

08.07.15 Anleihen / AIF

Bau eines Nordsee-Windparks von Windreich greifbar nah?

Fortschritte im Projektgeschäft macht die Insolvenzverwaltung des Windkraftprojektierers Windreich. Mit der Unterzeichnung mehrerer Verträge, unter anderem zur Lieferung, Installation und Wartung der benötigten Windräder, rückt der Baubeginn eines Nordsee-Windparks der Windreich GmbH näher.

Ursprünglich sollte der Windpark MEG I bereits 2014 in Betrieb sein. 45 Kilometer vor der Küste der Insel Borkum sollten sich Windräder mit 400 Megawatt (MW) Leistungskapazität drehen. Jetzt, knapp zwei Jahre nach der Insolvenz, sind endlich entscheidende Weichen für das Großprojekt gestellt. Das gibt die Insolvenzverwaltung bekannt. Nach der Gründung des Windkraft-Joint-Ventures Merkur Offshore GmbH (mehr dazu lesen Sie  hier) heißt das Großvorhaben nicht mehr MEG 1 sondern Merkur Offshore.  Die neuen Verträge  regeln zum einen die Errichtung durch das Spezialunternehmen GeoSea, das zur Merkur-GmBH-Muttergesellschaft DEME gehört. Zum anderen sei vereinbart, dass der französische Technologiekonzern Alstom 66 Windräder der 6-MW-Klasse liefern und diese nach der Errichtung auch über einen Service- und Wartungsvertrag betreuen werde. Mit dem Bau könne im ersten Halbjahr 2016 begonnen werden.

Die Insolvenz von Windreich von Windreich betrifft zahlreiche Anleger, die in Anleihen zum Bau von Offshore-Windparks investiert haben. Zum Start des Verfahrens hieß es, das Unternehmen schulde allein diesen Gläubigern noch 366 Millionen Euro. Begleitet wird das Verfahren von teils heftigen Auseinandersetzungen hinter den Kulissen. Der Gründer und langjährige Alleinvorstand Willi Balz liegt sowohl mit einem ehemaligen Rechtsbeistand und ehemaligen Geschäftspartnern als auch mit dem Insolvenzverwalter im Streit (mehr lesen Sie  hier). Ende 2014 hatte Balz über seinen derzeitigen Anwalt Dr. Volker Grub erklären lassen, er beabsichtige das laufende Insolvenzverfahren stoppen zu lassen, um es als Insolvenzverfahren in Eigenregie wieder aufzurollen (mehr lesen Sie  hier). Allerdings ermittelt die Staatsanwaltschaft noch immer gegen Willi Balz. Die Ermittler gehen dem Verdacht der Bilanzmanipulation und der Insovenzverschleppung nach (ECOreporter.de  berichtete).  Zudem läuft auch ein privates Insolvenzverfahren.
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